Macht Kaffeetrinken deine Haut trocken?
Kaffee trocknet deine Haut nicht aus: Die vorhandene Forschung deutet eher in die entgegengesetzte Richtung, allerdings sind die Studien noch zu klein für weitreichende Schlussfolgerungen.
Kaffeepolyphenole scheinen der Haut eher zu nützen als zu schaden. In einer doppelblinden Studie mit 49 Frauen mit leicht trockener Haut verbesserte die tägliche Einnahme von Kaffeepolyphenolen (270 mg pro Tag über acht Wochen) die Hautfeuchtigkeit messbar: Die Trockenheitswerte sanken, der Wasserverlust durch die Haut ging zurück, und die äußerste Hautschicht speicherte mehr Feuchtigkeit.
Der verbreitete Glaube, Kaffee entwässere den Körper, stützt sich auf die leicht harntreibende Wirkung von Koffein. Diese Wirkung ist real: Bei einer hohen Koffeindosis von 6 mg pro Kilogramm Körpergewicht, deutlich mehr als in einer normalen Tasse Kaffee, stieg die Urinproduktion während intensiver Belastung in der Hitze um 28 %. Bei trainierten Sportlern führte das jedoch weder zu messbarer Austrocknung noch zu einer gestörten Flüssigkeitsbilanz.
Beobachtungsstudien zeigen außerdem, dass Kaffeetrinker im Schnitt mehr Flüssigkeit zu sich nehmen als Menschen, die keinen Kaffee trinken, schlicht weil eine Tasse Kaffee eben auch Wasser ist.
Ein Wirkstoff aus der Kaffeesilverhaut sowie die Substanz Kahweol zeigten in kleinen Studien und Laborversuchen positive Effekte auf die Hautfeuchtigkeit, wenn sie direkt auf die Haut aufgetragen wurden. Das betrifft Hautcremes und Zellkulturen und sagt nichts darüber aus, was im Körper passiert, wenn du Kaffee trinkst.
Basierend auf einer RCT (n=49), einer Interventionsstudie mit Sportlern, einer Beobachtungsstudie und zwei Frühphasenstudien (kosmetisch/Labor). Großangelegte RCTs fehlen bislang. Die Befunde zu Polyphenolen sind positiv, aber in ihrem Umfang begrenzt.