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Schützt Kaffeetrinken wirklich vor Demenz, oder ist das ein Mythos?

Moderate Evidenz

Täglich zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee hängen in mehreren großen Studien mit einem geringeren Demenzrisiko zusammen, doch ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt. Tee zusätzlich zu trinken scheint die Assoziation zu verstärken; entkoffeinierter Kaffee liefert keinen erkennbaren Beitrag.

Was hilft wirklichWas kann ich konkret tun, um Demenz vorzubeugen?

Kaffeetrinken hängt in mehreren großen Bevölkerungsstudien mit einem geringeren Demenzrisiko zusammen, doch ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt. Menschen, die täglich zwei- bis dreimal eine Tasse koffeinhaltigen Kaffee trinken, erkranken seltener an Demenz als Menschen, die kaum Kaffee trinken. Das zeigt unter anderem eine Harvard-Studie mit 131.821 Teilnehmern und einer medianen Beobachtungszeit von 36,8 Jahren. Ob der Kaffee dafür wirklich verantwortlich ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Tee schneidet mindestens genauso gut ab. Eine Metaanalyse von 38 Kohortenstudien (751.824 Teilnehmer) ergab, dass jede zusätzliche Tasse Tee pro Tag mit 4 % geringerem Demenzrisiko verbunden war. Die Kombination aus zwei bis drei Tassen Kaffee und zwei bis drei Tassen Tee täglich hing mit 28 % weniger Demenz und 32 % weniger Schlaganfällen zusammen, verglichen mit gar keinem Konsum (UK Biobank, 365.682 Teilnehmer). Dieselbe Metaanalyse der 38 Studien fand für Kaffee allein keinen statistisch signifikanten Schutzeffekt; eine frühere Metaanalyse von 8 Studien kam zum gleichen Ergebnis.

Entkoffeinierter Kaffee zeigte in der Harvard-Studie keinen solchen Zusammenhang. Wer dieses Ziel verfolgt, sollte also zu normalem koffeinhaltigen Kaffee greifen, etwa Filterkaffee oder Espresso. Das geringste Demenzrisiko beobachteten die Forschenden bei zwei bis drei Tassen pro Tag, über einen langen Zeitraum getrunken. Da diese Erkenntnisse ausschließlich aus Bevölkerungsstudien stammen, bleibt offen, ob sie für dich persönlich gelten; als gezielter Ansatz gegen das Altern des Gehirns ist Kaffee nicht empfehlenswert.

Dazu kommt ein methodisches Problem: Menschen, bei denen sich Demenz still und langsam entwickelt, trinken manchmal schon früh weniger Kaffee. Dadurch kann der Eindruck entstehen, Kaffee wirke schützend, obwohl die Kausalität umgekehrt liegt. Die Rotterdam-Studie bestätigt das: Ein scheinbar schützender Zusammenhang verschwand bei längerer Beobachtungszeit. Ab zehn oder mehr Tassen täglich sind Angst, Schlafprobleme und Magenbeschwerten ein reales Risiko, mehr hilft also definitiv nicht mehr.

Die Belege
8 Studien · 3 Meta-Analysen · ≈ 1.313.610 Teilnehmer

Alle Aussagen beruhen auf Beobachtungsstudien (Kohortenstudien) und Metaanalysen aus Beobachtungsforschung. Randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), die einen ursächlichen Zusammenhang nachweisen könnten, liegen nicht vor. Die GRADE-Bewertung der Evidenzsicherheit für den Zusammenhang zwischen Kaffee und Demenz ist „gering" (PMID 39054894). Reverse Kausalität, also die Möglichkeit, dass die Erkrankung den Kaffeekonsum beeinflusst und nicht umgekehrt, stellt ein reales methodisches Risiko dar (PMID 25154552).

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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