Verrät Schlafrede etwas über Demenz?
Diese Form des Schlafredens ist ein ernstes Frühwarnsignal für Lewy-Körperchen-Demenz und Parkinson. Bemerkt dein Partner oder deine Partnerin das regelmäßig bei dir? Dann sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt darüber.
Gelegentliches Schlafrede ist für sich genommen kein Zeichen von Demenz. Eine bestimmte Form jedoch schon: wenn du deine Träume körperlich auslebst und dabei trittst, schlägst oder laut redest.
Von Menschen mit dieser Schlafstörung ohne bekannte Diagnose entwickeln über 80 % irgendwann eine neurodegenerative Erkrankung wie Lewy-Körperchen-Demenz oder Parkinson. Das passiert im Schnitt mit einer Rate von gut 6 % pro Jahr. Nach zwölf Jahren hatten mehr als 73 % der über 1.200 Teilnehmer eine solche Diagnose erhalten.
Lautes Sprechen im Schlaf hilft außerdem, verschiedene Demenzformen voneinander zu unterscheiden. Es tritt bei fast 62 % der Menschen mit Lewy-Körperchen-Demenz auf, aber nur bei 19 % mit Alzheimer und bei 6 % gesunder älterer Menschen.
Kommen dazu noch Bewegungsprobleme, ein eingeschränkter Geruchssinn, leichte Gedächtnisprobleme oder Erektionsprobleme? Dann ist das Risiko für einen schnellen Abbau deutlich erhöht.
Clonazepam oder Melatonin können das nächtliche Verhalten abschwächen. Ein Mittel, das die neurodegenerative Erkrankung selbst verlangsamt oder verhindert, gibt es bislang nicht.
Die Belege zur Schlafstörung, bei der Menschen im Schlaf sprechen oder sich bewegen, als mögliches Frühzeichen von Nervenerkrankungen wie Parkinson oder Demenz, stützen sich auf eine große Studie aus mehreren Kliniken mit über 1.200 Betroffenen sowie mehrere Übersichtsarbeiten – dieser Teil ist gut abgesichert. Die Verbindung zwischen lautem Schlafrede und einer bestimmten Form der Demenz mit sogenannten Lewy-Körperchen stammt aus einer einzelnen Studie, was etwas weniger Gewicht hat. Die Daten zur Behandlung kommen aus Übersichtsarbeiten, nennen aber keine genauen Zahlen dazu, wie stark die Behandlung hilft. Durchgehend handelt es sich um Zusammenhänge – bewiesen ist also nicht, dass die eine Sache die andere verursacht.
Erhöht Depression das Risiko, an Demenz zu erkranken?
Depression hängt stark mit einem erhöhten Demenzrisiko zusammen – ob sie Demenz verursacht oder manchmal ein frühes Anzeichen davon ist, bleibt offen. Da eine Behandlung das Risiko offenbar senkt, lohnt es sich, depressive Beschwerden ernst zu nehmen und mit einem Arzt zu besprechen.
Erhöht Schwerhörigkeit das Demenzrisiko?
Schwerhörigkeit hängt deutlich mit einem höheren Demenzrisiko zusammen, und dieser Zusammenhang ist wahrscheinlich kein Zufall. Das Gehör bestimmen zu lassen und bei Hörverlust ein Hörgerät in Betracht zu ziehen, ist daher ein konkreter und sinnvoller Schritt.
Schützt Kaffeetrinken wirklich vor Demenz, oder ist das ein Mythos?
Täglich zwei bis drei Tassen koffeinhaltiger Kaffee hängen in mehreren großen Studien mit einem geringeren Demenzrisiko zusammen, doch ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt. Tee zusätzlich zu trinken scheint die Assoziation zu verstärken; entkoffeinierter Kaffee liefert keinen erkennbaren Beitrag.
Schützt soziales Leben und körperliche Aktivität vor Demenz?
Sozial aktiv und körperlich fit zu bleiben ist vermutlich die wirksamste Lebensstilinvestition gegen das Altern des Gehirns. Die stärksten Ergebnisse stammen von Programmen, die Bewegung, Ernährung, kognitive Anreize und soziale Kontakte bündeln, nicht von einem einzelnen Faktor.
Bekomme ich durch schlechten Schlaf eher Demenz?
Schlechter Schlaf erhöht wahrscheinlich dein Demenzrisiko, aber gewöhnliche Schlafprobleme machen Demenz nicht unausweichlich. Eine Ausnahme: Wenn du deine Träume im Schlaf körperlich auslebst, solltest du das mit einem Arzt besprechen.
Erhöht Hörverlust das Demenzrisiko, und hilft ein Hörgerät dagegen?
Hörverlust erhöht das Demenzrisiko nachweislich, und ein Hörgerät scheint zu helfen, doch ein bewiesener Schutz für alle ist es noch nicht. Lass Hörverlust in jedem Fall beurteilen, schon allein wegen der anderen Gesundheitsrisiken, die damit einhergehen.