Was hilft gegen Arthrose?
Bewegungstherapie unter Aufsicht und Diclofenac-Gel sind bei Arthrose am besten belegt. Paracetamol und Opioide wirken schwächer als viele erwarten; die Medikamentenwahl solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen, besonders wenn du Herz- oder Magenprobleme hast.
Bewegungstherapie unter fachlicher Aufsicht ist bei Knie- und Hüftarthrose am stärksten belegt von allen nicht-chirurgischen Behandlungen. Der schmerzlindernde Effekt ist mindestens so groß wie der von Schmerzmedikamenten, ohne ernsthafte Nebenwirkungen. Dafür sind mindestens zwei Einheiten pro Woche über mindestens sechs Wochen nötig. Der Effekt zeigt sich auch dann, wenn der Verschleiß im Röntgenbild stark ausgeprägt ist. Bei Übergewicht verstärkt Gewichtsabnahme die Wirkung der Bewegungstherapie, besonders bei Kniearthrose.
Bei Schmerzmedikamenten gibt es eine klare Rangfolge. Diclofenac als Gel oder Pflaster auf der Haut ist bei Kniearthrose die beste erste Wahl: Es wirkt gut und hat wenig Nebenwirkungen, weil kaum ein Wirkstoff ins Blut gelangt. Orale Entzündungshemmer wie Diclofenac-Tabletten oder Etoricoxib wirken ebenfalls gut, eignen sich aber nicht für den Dauergebrauch und werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Magenproblemen abgeraten. Paracetamol, das viele reflexartig als ersten Schritt wählen, hat bei Arthrose keinen überzeugenden Effekt gezeigt und wird von einer führenden internationalen Leitlinie inzwischen bedingt abgeraten. Starke Schmerzmittel wie Opioide sind bei Arthrose klar ungeeignet: Das Risiko für Nebenwirkungen ist hoch, der Nutzen gering.
Kortikosteroid-Injektionen ins Kniegelenk können in bestimmten Situationen vorübergehend Erleichterung bringen. Für die Hüfte oder bei mehreren gleichzeitig betroffenen Gelenken werden sie nicht empfohlen. Kognitive Verhaltenstherapie gilt in europäischen Leitlinien als eine der wirkungsstärksten Ergänzungen zur Bewegungstherapie. Strukturierte Aufklärung über Arthrose und Selbstmanagement hilft dabei, langfristig motiviert zu bleiben.
Nahrungsergänzungsmittel wie Chondroitin zeigen in einer großen Auswertung von dreißig Studien eine geringe Verbesserung bei Schmerz und Funktion im Vergleich zu einem Placebo und gelten als sicher. Glucosamin hat nur einen Effekt auf Steifigkeit gezeigt, nicht auf Schmerz. Die Kombination beider Mittel schneidet nicht besser ab als ein Placebo. Ob es sich lohnt, sie einzunehmen, ist umstritten. Wirkstoffe, die Arthrose wirklich stoppen oder rückgängig machen sollen, werden intensiv erforscht, sind aber noch nicht zugelassen.
Diese Antwort stützt sich auf mehrere internationale Leitlinien und eine große Auswertung von dreißig randomisierten Studien zu Nahrungsergänzungsmitteln, ergänzt durch eine groß angelegte Vergleichsanalyse von Schmerzmedikamenten bei Arthrose sowie eine randomisierte Studie. Die Empfehlungen zur Bewegungstherapie und zu topischen Entzündungshemmern sind robust und konsistent. Für Paracetamol und Opioide ist die Evidenzlage ebenfalls stark, aber in negativer Richtung. Für Nahrungsergänzungsmittel und psychologische Interventionen ist sie weniger eindeutig und basiert auf weniger Studien.
Wie halte ich meine Gelenke beweglich und beuge Arthrose vor?
Bewegung und ein gesundes Körpergewicht sind die am besten belegten Wege, um Arthrose vorzubeugen und Beschwerden zu kontrollieren; ist die Erkrankung einmal im Gang, stoppt sie keine Behandlung.
Was hilft wirklich gegen chronische Rückenschmerzen im unteren Rücken?
Kraft- und Stabilisierungsübungen haben die stärkste Evidenzbasis bei chronischen Rückenschmerzen im Lendenbereich; reichen sie nicht aus, sind Entzündungshemmer der erste medikamentöse Schritt, aber Opioide und Operationen lassen sich fast immer vermeiden.
Hilft Kollagen für Gelenke und Haut?
Bei Gelenkschmerzen durch Kniearthrose und bei aktiven Sportlern ist ein Versuch mit Kollagen sinnvoll: 10 Gramm Kollagenpeptide pro Tag über 6 Monate, am besten in Kombination mit Bewegung. Für die Haut werden 2,5 bis 5 Gramm pro Tag empfohlen, wobei ein Teil der Studien von Herstellern stammt.
Hilft Bewegung bei Parkinson?
Bewegung hilft bei Parkinson nachweislich: Motorische Beschwerden nehmen ab und die Lebensqualität verbessert sich. Tanzen und Bewegung im Wasser haben die stärkste Evidenz, ersteres für die Motorik, letzteres für die Lebensqualität. Flexibilitätstraining zeigt kaum Wirkung. Besprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Form am besten zu deiner Situation passt.
Kann ich beginnendem Hörverlust vorbeugen oder ihn verlangsamen?
Hörverlust durch Lärm und durch bestimmte Medikamente lässt sich gut verhindern, für altersbedingten Hörverlust gibt es hingegen keine bewiesenen Mittel. Den größten Gewinn erzielst du, indem du deine Ohren schon jetzt vor lauten Geräuschen schützt.
Wie halte ich meine Augen gesund und beuge Katarakt oder Makuladegeneration vor?
Schütz deine Augen mit UV-Brille, gemüse- und obstreichem Essen, guter Diabeteskontrolle und regelmäßigen Augenuntersuchungen. Ist ein Katarakt weit fortgeschritten, ist eine Operation die einzige bewährte Lösung.