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Was ist ein Zytokinsturm?

Ein Zytokinsturm ist ein lebensbedrohliches Syndrom, bei dem das Immunsystem sich in einer Entzündungsspirale selbst verstärkt und dabei Organe schädigen kann. Wer Beschwerden hat, die darauf hindeuten könnten, braucht sofort medizinische Hilfe.

Ein Zytokinsturm ist ein gefährliches Syndrom, bei dem das Immunsystem außer Kontrolle gerät. Zytokine sind kleine Proteine, über die Immunzellen miteinander kommunizieren – normalerweise in einem sorgfältig geregelten Gleichgewicht. Beim Zytokinsturm bricht dieses Gleichgewicht zusammen: Der Körper schüttet gleichzeitig enorme Mengen dieser Botenstoffe aus, löst damit eine körperweite Entzündung aus und schädigt sich selbst.

Besonders gefährlich ist der sich selbst verstärkende Charakter des Syndroms. Freigesetzte Zytokine lösen eine Form von entzündlichem Zelltod aus, woraufhin die sterbenden Zellen erneut Zytokine ausschütten. Dieser Kreislauf ist kaum zu unterbrechen, sobald er läuft. Gelingt das nicht, können mehrere Organe gleichzeitig Schaden nehmen, im schlimmsten Fall mit tödlichem Ausgang.

Ein Zytokinsturm kann durch sehr unterschiedliche Auslöser entstehen: Infektionen wie COVID-19 oder Blutvergiftung, angeborene Störungen des Immunsystems, Autoimmunerkrankungen, Blutkrebs und bestimmte medizinische Behandlungen. So tritt er etwa als Nebenwirkung der CAR-T-Zelltherapie auf, bei der körpereigene Immunzellen darauf trainiert werden, Tumorzellen anzugreifen. Auch bei der hämophagozytischen Lymphohistiozytose, einer seltenen Erkrankung des Blut- und Immunsystems, und bei schwerer Herzmuskelentzündung spielt er eine zentrale Rolle.

Bei schwerem COVID-19-Verlauf zeigte eine Zusammenfassung von 23 Studien, dass betroffene Patienten deutlich höhere Spiegel bestimmter Entzündungsbotenstoffe hatten und zugleich weniger Abwehrzellen als Menschen mit mildem Krankheitsverlauf. Die Ergebnisse der einzelnen Studien streuten stark, sodass genaue Grenzwerte nicht festgelegt werden konnten.

Alle bisher durchgeführten klinischen Studien, die versuchten, die Zytokinproduktion bei Blutvergiftung zu hemmen, schlugen fehl. Neuere Ansätze blockieren gezielt einzelne Schritte in der Entzündungskaskade und werden derzeit untersucht, doch die Sterblichkeit bei einem ausgeprägten Zytokinsturm bleibt hoch. Die frühe Erkennung ist zusätzlich schwierig, weil die ersten Beschwerden unspezifisch sind und eine Diagnose klare Kriterien sowie viel klinische Erfahrung erfordert.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analyse

Basiert auf mehreren Untersuchungen und einer Zusammenfassung von 23 Studien zu COVID-19. Der ursächliche Zusammenhang zwischen Zytokinfreisetzung und Organschäden ist gut belegt; die therapeutische Seite und die Rolle einer frühen Diagnose sind weniger gut gesichert.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Moderate Evidenz

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