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Was sagt eine Gefäßaltersmessung (Steifigkeit deiner Blutgefäße) über deine Gesundheit aus?

Ein hohes Gefäßalter in der Messung ist ein ernstes Signal: Dein Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und vorzeitigen Tod liegt deutlich höher. Sprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt an, denn es gibt Lebensstil- und medikamentöse Optionen, um die Gefäßsteifigkeit zu verlangsamen.

Gefäßsteifigkeit hängt eindeutig mit dem Risiko für schwerwiegende Erkrankungen zusammen. Wer die steifsten Gefäße hat, erleidet mehr als doppelt so häufig ein Herz-Kreislauf-Ereignis wie jemand mit den geschmeidigsten Gefäßen. Jede Stufe mehr an Steifigkeit erhöht das alterskorrigierte Risiko um rund 14 %. In einer großen Bevölkerungsstudie mit 7.283 Teilnehmenden und einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 15 Jahren war stärkere Gefäßsteifigkeit zudem mit einem höheren Risiko für Bluthochdruck (plus 32 %), Diabetes (plus 32 %), Nierenerkrankung (plus 19 %), Demenz (plus 27 %) und vorzeitigen Tod (plus 29 %) verbunden.

Der Mechanismus dahinter ist biologisch gut nachvollziehbar. Steife große Gefäße dämpfen die Druckwellen jedes Herzschlags schlechter ab. Diese Wellen treffen dann mit größerer Wucht auf die kleinen Blutgefäße in Gehirn, Nieren und Herz und richten dort Schäden an. Hinzu kommt: Hoher Blutdruck verstärkt die Gefäßsteifigkeit weiter, während die Gefäßsteifigkeit es gleichzeitig schwerer macht, den Blutdruck zu kontrollieren. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Gefäßsteifigkeit nimmt bereits ab der Kindheit zu: Im Schnitt steigt sie alle fünf Lebensjahre um 0,2 bis 0,7 m/s. Das Alter ist der größte Treiber, aber Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen und ein ungesunder Lebensstil beschleunigen den Prozess nachweislich. Ein um 20 mmHg höherer Blutdruck führt unabhängig vom Alter bereits zu einem zusätzlichen Anstieg von etwa 1,14 m/s pro Jahrzehnt.

Die Messung lässt sich auch als biologisches Gefäßalter ausdrücken. Eine 50-jährige Person kann gefäßseitig näher an 60 liegen oder eben näher an 40. Das macht den Test wertvoll für die Risikoeinschätzung. Blutdrucksenker können die Gefäßsteifigkeit verringern, doch ob diese Verbesserung auch tatsächlich Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindert, ist mangels guter randomisierter Studien bisher nicht belegt. Bei Menschen mit schwerer Niereninsuffizienz fügt die Messung zu bestehenden Risiko-Scores voraussichtlich wenig hinzu.

Die Belege
8 Studien · 2 Meta-Analysen · ≈ 23.283 Teilnehmer

Die Evidenzlage zum Zusammenhang zwischen Gefäßsteifigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen stützt sich auf eine Umbrella-Analyse (zusammenfassende Auswertung) von 17 Studien sowie auf eine große Bevölkerungsstudie mit 7.283 Teilnehmenden über 15 Jahre. Die Zusammenhänge mit Demenz, Diabetes und Nierenerkrankung stammen aus dieser letzten Studie und sind vielversprechend, aber kausal noch nicht belegt. Ob eine medikamentöse Senkung der Gefäßsteifigkeit tatsächlich Herz-Kreislauf-Ereignisse verhindert, lässt sich mangels guter randomisierter Studien derzeit nicht beantworten.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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