Was sind die wirksamsten Methoden zur Vorbeugung und Behandlung von Migräne?
Für akute Anfälle und die Vorbeugung stehen gut belegte Behandlungen zur Verfügung. Bei einem leichten Anfall ist ein NSAID oder Paracetamol der richtige Einstieg; bei schweren Anfällen greifst du so früh wie möglich zu einem Triptan.
Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall sind Ibuprofen und andere entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs) oder Paracetamol eine gute erste Wahl. Sie wirken zuverlässig und sind günstig, stoßen aber bei schweren Anfällen an ihre Grenzen. Kombinierst du ein NSAID mit einem Triptan, ist das wirksamer als jedes Mittel allein.
Triptane sind bei mittelschweren bis schweren Anfällen die am besten belegte Therapieoption. Zwischen 42 und 76 % der Anwenderinnen und Anwender erfahren innerhalb von zwei Stunden Linderung; 18 bis 50 % sind vollständig schmerzfrei. Triptane übertreffen NSAIDs, Paracetamol und die älteren Ergotderivate. Je früher du ein Triptan zu Beginn eines Anfalls nimmst, desto besser wirkt es.
Neuere Wirkstoffe wie Gepants (z. B. Rimegepant) und Lasmiditan wirken besser als Scheinbehandlungen, bleiben aber hinter den meisten Triptanen zurück. Ihr Vorteil: Sie verengen keine Blutgefäße und kommen daher infrage, wenn Triptane medizinisch nicht empfohlen werden, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Lasmiditan hat im direkten Vergleich aller Migränemittel die meisten Nebenwirkungen wie Schwindel und Benommenheit.
Opioide werden als Standardbehandlung nicht empfohlen. Der Nutzennachweis ist schwach, und das Risiko für Abhängigkeit sowie für Kopfschmerzen durch Medikamentenübergebrauch ist real.
Wer vier oder mehr Anfälle pro Monat hat oder unter besonders beeinträchtigenden Anfällen leidet, sollte eine vorbeugende Behandlung ernsthaft in Betracht ziehen. Am stärksten belegt sind Valproat, Topiramat sowie die Betablocker Propranolol, Metoprolol und Timolol. Weniger als 13 % der Menschen, die für eine Vorbeugung infrage kämen, nutzen diese Mittel tatsächlich. Als zweite Wahl sind Amitriptylin und Venlafaxin wahrscheinlich wirksam.
Ohne Medikamente sind Entspannungstraining, Biofeedback und kognitive Verhaltenstherapie gut belegte Optionen zur Vorbeugung, jeweils ohne Nebenwirkungen. Sie lassen sich mit Medikamenten kombinieren oder, wenn du keine Medikamente nehmen willst oder kannst, auch eigenständig einsetzen. Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium und Riboflavin (Vitamin B2) sind wahrscheinlich moderat wirksam, die Datenlage ist aber schwächer als bei den genannten Medikamenten. Pestwurz zeigt ebenfalls Hinweise auf einen Nutzen; verwende dabei ausschließlich zertifizierte Produkte ohne leberschädigende Pyrrolizidinalkaloide (PA-frei).
Basiert auf mehreren systematischen Übersichtsarbeiten und Metaanalysen, darunter einer Netzwerk-Metaanalyse (Vergleich mehrerer Behandlungen gleichzeitig). Die stärksten Aussagen zu Triptanen, vorbeugender Medikation und NSAIDs sind gut belegt. Daten zu neueren Wirkstoffen und Neuromodulation stammen aus Übersichtsarbeiten mit moderater Evidenz.