Welche Nebenwirkungen hat Metformin?
Bei einem erheblichen Teil der Anwenderinnen und Anwender verursacht Metformin Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Sprich mit deinem Arzt darüber, ob eine langsame Dosissteigerung sinnvoll ist, oder ziehe eine Alternative in Betracht, wenn die Beschwerden anhalten.
Magen-Darm-Beschwerden sind die häufigsten Nebenwirkungen von Metformin. In einer randomisierten Studie mit Frauen mit PCOS bekamen 31,6 % Durchfall, 14,0 % erbrachen, 13,2 % litten unter Übelkeit, 11,4 % verloren den Appetit und 8,8 % berichteten von Magenschmerzen. Verglichen mit Placebo oder Akupunktur traten diese Beschwerden deutlich häufiger auf.
Wie oft Nebenwirkungen insgesamt vorkommen, untersuchte ein Cochrane-Review bei Frauen, die Metformin rund um eine künstliche Befruchtung einnahmen. Die Metformin-Gruppe hatte gut dreimal so häufig Nebenwirkungen wie die Placebo-Gruppe. Die Autoren bewerteten diese Zahl zwar mit geringer Aussagesicherheit, doch die Richtung ist eindeutig: Metformin erhöht das Nebenwirkungsrisiko erheblich.
Eine seltene, aber schwerwiegende Komplikation ist die Laktatazidose, bei der sich gefährlich viel Milchsäure im Blut ansammelt. Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion sind besonders gefährdet, weil Metformin dann langsamer ausgeschieden wird und sich im Körper anreichert.
Magen-Darm-Probleme lassen sich teilweise abmildern, indem man Metformin zu den Mahlzeiten nimmt oder die Dosis schrittweise steigert. Dennoch brechen manche Menschen die Behandlung wegen dieser Beschwerden ab oder wechseln zu einer Alternative. Das ist auch ein Grund, warum Forschende nach Wirkstoffen suchen, die ähnliche Effekte erzielen, aber besser verträglich sind.
Alle Aussagen beruhen auf Studien mit Frauen mit PCOS (randomisierte Studien und ein Cochrane-Review). Ob die Nebenwirkungshäufigkeit bei anderen Gruppen, etwa Menschen mit Typ-2-Diabetes, vergleichbar ist, lässt sich auf Basis der vorliegenden Quellen nicht beurteilen.