Wie beeinflusst Ernährung dein Immunsystem?
Ernährung hat einen klaren Einfluss auf das Immunsystem: Mängel schwächen die Abwehr, und eine gezielte Supplementierung bei nachgewiesenem Mangel, besonders bei Vitamin D, C und Zink, ist sinnvoll. Bei Menschen ohne Mangel ist der Zusatznutzen weiterer Präparate weniger überzeugend belegt.
Mängel an Protein sowie an den Vitaminen A, E, B6 und Folsäure schwächen das Immunsystem nachweislich. Wie stark, hängt davon ab, wie ausgeprägt der Mangel ist, wie alt du bist und ob gleichzeitig eine Infektion besteht. Ältere Menschen, Kleinkinder und Schwangere tragen das größte Risiko für solche Mängel und die damit verbundene erhöhte Infektionsanfälligkeit.
Die Mikronährstoffe mit der stärksten Evidenzlage für eine gute Immunfunktion sind Vitamin C, Vitamin D und Zink. Sie wirken am besten im Zusammenspiel mit anderen Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin A, B6, B12, Folsäure, Eisen, Kupfer und Selen. Nahrungsergänzungsmittel helfen, wenn ein nachgewiesener Mangel vorliegt. Bei Menschen ohne Mangel ist der Nutzen zusätzlicher Präparate deutlich geringer. Eine randomisierte Studie an gesunden Personen über 55 Jahren zeigt das gut: Ein Multivitaminpräparat verbesserte die Vitamin-C- und Zinkwerte im Blut sowie das subjektive Wohlbefinden, nicht aber objektive Maße der Immunfunktion wie die Abwehrleistung weißer Blutkörperchen.
Vitamin D verdient besondere Aufmerksamkeit. Immunzellen tragen Andockstellen für Vitamin D und reagieren empfindlich darauf. Labor- und Tierversuche zeigen günstige Effekte sowohl auf die unspezifische Abwehr als auch auf die gezielte Immunantwort. In Humanstudien sind niedrige Vitamin-D-Werte mit einem höheren Risiko für Erkrankungen wie Multiple Sklerose, rheumatoide Arthritis, Atemwegsinfektionen und Tuberkulose verknüpft. Das sind Zusammenhänge, keine bewiesenen Ursache-Wirkungs-Beziehungen, doch sie ziehen sich konsistent durch mehrere Krankheitsbilder. Eine Supplementierung bei nachgewiesenem Mangel erscheint sinnvoll; wer bereits ausreichende Werte hat, stützt sich auf eine schwächere Datenlage.
Mehr hilft nicht automatisch mehr. Zu viel Linolsäure oder Arachidonsäure (beides Fettsäuren), zu viel Eisen oder zu viel Vitamin E kann das Immunsystem dämpfen. Dazu gibt es bisher nur Tierversuche, die zudem zeigen, dass eine westliche Ernährung mit viel Fett und Zucker Immunzellen dauerhaft umprogrammiert, selbst nachdem die Ernährung bereits umgestellt wurde. Dieser chronisch erhöhte Aktivierungszustand des Immunsystems trägt wahrscheinlich zu Entzündungskrankheiten bei.
Diese Antwort stützt sich hauptsächlich auf mehrere Übersichtsartikel zu Mikronährstoffen und Immunfunktion sowie auf eine randomisierte Studie an gesunden älteren Erwachsenen. Die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Immunfunktion sind breit untersucht, doch ein Großteil der Evidenz stammt aus Beobachtungsstudien oder Tierversuchen. Der direkte Effekt von Nahrungsergänzungsmitteln auf klinische Krankheitsverläufe bei Menschen ohne Mangel bleibt daher unsicher. Die randomisierte Studie an älteren Personen ist wertvoll, beschränkt sich aber auf Blutwerte und Selbstangaben, nicht auf harte klinische Endpunkte wie die Häufigkeit von Infektionen.
Erhöht schlechter Schlaf mein Krebsrisiko?
Schlechter Schlaf, insbesondere Schlafapnoe und Nachtarbeit, hängt mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammen. Ob dein persönliches Risiko steigt, hängt davon ab, welche Schlafprobleme du hast. Apnoebeschwerden solltest du auf jeden Fall abklären lassen.
Wie setzt du Ozempic sicher ab?
Ob ein schrittweises Reduzieren der Dosis besser ist als ein abrupter Stopp, lässt sich derzeit nicht beantworten. Klar ist: Ein abrupter Stopp führt bei den meisten Menschen zu Gewichtszunahme und einer Verschlechterung von Blutdruck und anderen kardiometabolischen Laborwerten. Besprich einen Absetzplan immer mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, besonders wenn du das Mittel auch für dein Herz oder bei Diabetes einnimmst.
Was ist das sogenannte „Ozempic Face" und wie entsteht es?
Rascher Fettabbau durch Semaglutid und verwandte Wirkstoffe kann das Gesicht sichtbar aushöhlen, und der Effekt scheint größer zu sein, als sich durch den Gewichtsverlust allein erklären lässt. Ob und wie sich das am besten korrigieren lässt, ist bislang kaum untersucht.