Wie oft solltest du deinen HbA1c messen lassen?
Bei stabilem Diabetes sind zwei Messungen pro Jahr üblich; bei schwankenden Werten oder einer Therapieumstellung empfehlen sich vier Messungen pro Jahr. Besprich die für dich passende Häufigkeit mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
HbA1c spiegelt deinen durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen zwei bis drei Monate wider. Bei Diabetes gehört dieser Wert fest zur Verlaufskontrolle, denn das Risiko für Folgeerkrankungen hängt eng damit zusammen, wie hoch er über längere Zeit bleibt.
Wie oft du messen lässt, richtet sich danach, wie stabil dein Blutzucker ist. Läuft die Behandlung gut und ändert sich nichts, reichen in der Regel zwei Messungen pro Jahr. Wird deine Therapie umgestellt oder schwanken deine Werte stärker, sind vier Messungen pro Jahr üblich. Reviews zum Diabetesmanagement bestätigen diese Empfehlungen.
Im Alltag erreicht längst nicht jeder die Zielwerte. Eine große deutsche Registerstudie zeigte, dass nur 27 % der Menschen mit Typ-1-Diabetes und 44 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes einen HbA1c unter 7,0 % erreichten, obwohl sie aktiv behandelt wurden. Regelmäßige Messungen helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und die Behandlung gezielt anzupassen.
In der Schwangerschaft kommt der HbA1c schon früh ins Spiel. Eine Messung rund um die fünfzehnte bis zwanzigste Woche kann zusammen mit anderen Werten auf ein erhöhtes Risiko für Schwangerschaftsdiabetes hinweisen. Ob und wann das sinnvoll ist, entscheiden deine Hebamme oder dein Gynäkologe.
Welche Häufigkeit für dich passt, klärst du am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, abhängig von deinem Diabetestyp, der Stabilität deiner Einstellung und besonderen Umständen wie Schwangerschaft oder einer Medikamentenumstellung.
Basierend auf zwei Reviews zum Diabetesmanagement und zu HbA1c als diagnostischem Instrument (PMID 24205486, 37473453), einer deutschen Registerstudie bei Menschen mit Diabetes und chronischer Nierenerkrankung (PMID 34011313), einer Studie zu HbA1c in der frühen Schwangerschaft (PMID 37075929) sowie einer Studie zur Messhäufigkeit während der COVID-19-Pandemie in Südkorea (PMID 39439171).