Wird Curcumin vom Körper überhaupt gut aufgenommen?
Standardcurcumin wird kaum aufgenommen, doch die Kombination mit Piperin aus schwarzem Pfeffer steigert die Bioverfügbarkeit beim Menschen drastisch. Wer ein Curcumin-Nahrungsergänzungsmittel wählt, sollte deshalb auf ein Produkt mit Piperin oder einer modernen Formulierung setzen und prüfen, ob unabhängige Humanstudien dahinterstehen.
Standardcurcumin wird vom Körper kaum aufgenommen. Nach einer Dosis von 2 Gramm war der Curcuminspiegel im Blut von Probanden nicht oder kaum messbar. Die Gründe: Der Wirkstoff gelangt schlecht durch die Darmwand, wird dort und in der Leber rasch abgebaut und schnell ausgeschieden.
Am besten untersucht ist die Kombination von Curcumin mit Piperin, einem Stoff aus schwarzem Pfeffer. Bereits 20 mg Piperin zu 2 Gramm Curcumin steigerten die Aufnahme beim Menschen um 2000 % gegenüber Curcumin allein. Piperin bremst den Abbau in Leber und Darmwand. Bei den getesteten Dosierungen wurden keine Nebenwirkungen berichtet.
Neuere Darreichungsformen wie Liposomen, Nanopartikel und Phospholipidkomplexe verbessern die Löslichkeit und verlangsamen den Abbau. Eine Formulierung namens Curcuwin Ultra+ zeigte in einer kleinen randomisierten Studie mit 24 gesunden Freiwilligen deutlich höhere Blutspiegel, selbst bei deutlich niedrigerer Dosis als bei herkömmlichem Kurkumaextrakt. Die Aufnahme war dabei 40 % schneller. Ob diese bessere Aufnahme auch zu besseren Gesundheitseffekten führt, ist bislang unklar, weil aussagekräftige klinische Daten fehlen.
Eine weitere Variante ist Curcumin, das an Ballaststoffe aus Bockshornklee gebunden wird. Zwei Autoren der zugrunde liegenden Übersichtsarbeit haben jedoch finanzielle Verbindungen zu Unternehmen, die dieses Produkt herstellen. Das sollte man beim Lesen dieser Ergebnisse im Hinterkopf behalten.
Curcumin gilt als sicher: Klinische Studien zeigen keine Nebenwirkungen, selbst nicht bei Dosen von bis zu 12 Gramm pro Tag.
Die Aussagen stützen sich auf mehrere Humanstudien, eine kleine randomisierte Studie (n=24) und systematische Übersichtsarbeiten. Am stärksten belegt ist der Piperin-Befund. Neuere Formulierungen sind vielversprechend, aber die Humandaten dazu sind begrenzt. Bei der Bockshornklee-Formulierung besteht ein Interessenkonflikt auf Autorenebene.