Steckt Rapamycin in Lebensmitteln, oder kann man es auf natürlichem Weg aufnehmen?
Rapamycin steckt in keinem Lebensmittel und ist über die Ernährung nicht aufzunehmen. Wer den mTOR-Signalweg über die Ernährung beeinflussen möchte, findet in Proteinen und Leucin relevante Ansätze, doch das ist etwas grundlegend anderes als Rapamycin selbst.
Rapamycin steckt in keinem Lebensmittel und lässt sich nicht über die Ernährung aufnehmen. In der verfügbaren Forschung taucht Rapamycin ausschließlich als Namensgeber eines zellulären Signalsystems auf (mTOR, ausgeschrieben: mechanistic target of rapamycin), nicht als Nährstoff oder Nahrungsergänzungsmittel, das man essen oder trinken könnte.
Dieses Signalsystem, mTOR, lässt sich allerdings über die Ernährung beeinflussen. Bestimmte Nährstoffe aktivieren diesen Signalweg: vor allem Leucin (eine Aminosäure, die in proteinreichen Lebensmitteln reichlich vorkommt), andere verzweigtkettige Aminosäuren, Proteine generell sowie langkettige Fettsäuren. Das ist jedoch etwas grundlegend anderes als die Einnahme von Rapamycin selbst. Du nimmst kein Rapamycin zu dir, sondern beeinflusst ein System, das zufällig nach Rapamycin benannt ist.
Rapamycin selbst ist ein Medikament, das Ärzte nach Organtransplantationen und bei bestimmten Erkrankungen verschreiben. Es hemmt genau jenen mTOR-Signalweg, den Nährstoffe aktivieren. Wer experimentell mit Rapamycin für gesundes Altern arbeiten möchte, braucht dafür ein Rezept, kein anderes Ernährungskonzept.
Alle Aussagen basieren auf den hinterlegten Abstracts (PMID 27659301, 37681443, 36722264, 38803274, 39595578, 26682004, 22643031, 34251643). Keines der Abstracts beschreibt Rapamycin als Nahrungsbestandteil.