Wirkt Schneckenschleim wirklich für deine Haut?
Schneckenschleim zeigt in Labor- und Zellstudien vielversprechende Effekte, klinische Evidenz am Menschen fehlt jedoch weitgehend. Hinzu kommt, dass es keine Qualitätsstandards gibt und Allergieforschung kaum stattgefunden hat. Geh also bewusst damit um, besonders wenn du empfindliche Haut hast.
Schneckenschleim enthält Substanzen, die auf dem Papier interessant für die Haut sind: Allantoin (bekannt für seine zellerneuernde Wirkung), Glykolsäure (Hauterneuerung) und feuchtigkeitsbindende Zuckerverbindungen. In Hautzellkulturen regt das Extrakt Wachstum und Wanderung von Fibroblasten an, also den Zellen, die Wundheilung antreiben. Dieser Effekt war in mehreren Zellkulturstudien statistisch überzeugend.
Ob dasselbe beim echten Menschen passiert, haben Forscher bisher kaum untersucht. Großangelegte klinische Studien fehlen. Die vorhandenen Belege stammen aus Labor- und Tiermodellen. Ein Effekt in der Petrischale lässt sich nicht ohne Weiteres auf deine Haut übertragen.
Speziell zum Schutz vor Schäden durch Luftverschmutzung (Ozon) gibt es eine Laborstudie mit menschlichen Hautzellen und einem dreidimensionalen Hautmodell, die positive Ergebnisse zeigt. Dazu gibt es bisher aber nur diese Labordaten, keinen klinischen Beweis.
Eine keimhemmende Wirkung wurde ebenfalls in Laborstudien nachgewiesen, auch gegen einige resistente Bakterien.
Dazu kommt ein praktischer Punkt: Es gibt keine festgelegten Qualitätsstandards für Schneckenschleim in Kosmetikprodukten. Allergieforschung wurde kaum betrieben. Du weißt also nicht sicher, was du kaufst, wie konzentriert es ist und ob du empfindlich darauf reagierst. Wer empfindliche Haut hat oder zu Allergien neigt, sollte vorsichtig sein.
Alle Aussagen basieren auf In-vitro-Zellkulturstudien, 3D-Hautmodellen und Tierversuchen. Keine großen randomisierten klinischen Studien am Menschen verfügbar. PMIDs: 41226159, 34934098, 30518946, 32084249, 39145612, 38429932, 40588080.