Wirkt Schwarzkümmelöl als Nahrungsergänzungsmittel?
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes gibt es mäßig konsistente Hinweise darauf, dass Schwarzkümmelöl Blutzucker, Cholesterin und Blutdruck etwas senkt. Die Effekte sind jedoch bescheiden, und es liegen Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen vor. Nimm es nicht ohne Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ein, wenn du bereits Medikamente nimmst oder gesundheitliche Probleme hast.
Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes zeigt die Einnahme von Schwarzkümmel einen bedeutsamen Effekt auf den Blutzucker. Der Nüchternblutzucker sank im Durchschnitt um 21 mg/dL, und der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) ging im Schnitt um 0,44 Prozentpunkte zurück. Besonders ausgeprägt war dieser Effekt bei einer Einnahmedauer von mehr als 8 Wochen für den Blutzucker sowie bei höheren Dosierungen (mehr als 1 Gramm pro Tag) und der Ölform für den HbA1c. Auch LDL-Cholesterin und Gesamtcholesterin sanken deutlich (im Mittel um 19,5 bzw. 18,8 mg/dL). Auf Triglyceride, das "gute" HDL-Cholesterin, Körpergewicht oder BMI war kein nachweisbarer Effekt erkennbar.
Der Blutdruck sank bei der Einnahme von Schwarzkümmel in Pulverform leicht, aber messbar: systolisch im Schnitt um 3,3 mmHg und diastolisch um 2,8 mmHg. Für die Ölform fiel dieser Effekt weniger eindeutig aus. Wie sich die Wirkung langfristig verhält, ist bislang unbekannt.
Für andere Beschwerden wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen steht der Beweis beim Menschen noch aus. Laboruntersuchungen zeigen zwar, dass der Wirkstoff im Schwarzkümmel das Wachstum von Brustkrebszellen hemmen und die Wirkung eines Chemotherapiemittels verstärken kann. Solche Zellkulturergebnisse lassen jedoch keine Rückschlüsse darauf zu, was im menschlichen Körper tatsächlich passiert. Der Schritt vom Labor in die Praxis ist groß und wurde bisher nicht vollzogen.
Es gibt einen dokumentierten Bericht über schwerwiegende Nebenwirkungen nach der Einnahme von Schwarzkümmelöl: Muskelschäden, akutes Nierenversagen und Leberschäden bei ein und derselben Person. Das sind seltene, aber ernste Risiken. Da es sich um einen Einzelfall handelt, lässt sich die genaue Wahrscheinlichkeit nicht beziffern, doch es ist ein eindeutiges Sicherheitssignal. Wenn du bereits Nieren-, Leber- oder Muskelprobleme hast, sprich die Einnahme vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.
Aussagen basieren auf mehreren Metaanalysen von RCTs (Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck), einem Fallbericht (Nebenwirkungen) sowie Labor- und Übersichtsstudien (Krebs, breite Indikationen). Große Langzeit-RCTs liegen bislang nicht vor.