Woran erkennst du die Perimenopause an deinen Hormonen?
In der Perimenopause steigt FSH als erstes und fällt Inhibin B, während Östradiol anfangs normal oder sogar erhöht bleibt. Eine einzelne Blutmessung ist wegen der starken Schwankungen wenig aussagekräftig; erst ein anhaltendes Muster oder zwölf Monate ohne Menstruation geben echte Orientierung.
Die früheste messbare Hormonveränderung ist ein Abfall von Inhibin B, einem Botenstoff, den kleine Eierstockfollikel produzieren. Er zeigt an, dass die Follikelreserve schrumpft, und das geschieht bereits, bevor dein Zyklus unregelmäßig wird. Gleichzeitig verliert die Hirnanhangsdrüse dadurch eine Rückkopplungsbremse und schüttet mehr FSH aus, das Hormon, das Follikel zur Reifung anregt. Dieses Muster, ein steigendes FSH bei noch normalen Östradiolspiegeln, gilt als frühe Perimenopause.
Östradiol sinkt dabei überraschenderweise nicht zuerst. Solange die verbliebenen Follikel durch das erhöhte FSH zusätzlich stimuliert werden, kann Östradiol normal oder sogar leicht erhöht bleiben. Erst spät in der Transition fällt Östradiol merklich ab, zusammen mit Inhibin A, während FSH hoch und Inhibin B niedrig bleiben.
AMH, ein Hormon, das direkt widerspiegelt, wie viele Follikel noch vorhanden sind, sinkt früh und stetig. Rund um die Menopause wird es so niedrig, dass es kaum noch messbar ist. AMH liefert ein stabileres Bild der Follikelreserve als FSH, dessen Werte von Tag zu Tag stark schwanken können. Testosteron und andere Androgene nehmen ebenfalls mit den Jahren ab, was jedoch eher dem allgemeinen Altern zuzuschreiben ist als einem spezifischen Merkmal der Perimenopause.
Das Hormongefüge ist unregelmäßig und schwer vorhersehbar. Lange und kurze Zyklen wechseln sich ab, Zyklen mit Eisprung und ohne folgen einander in wechselnder Reihenfolge. Eine einzelne FSH- oder Östradiolmessung sagt wenig aus: Die Werte schwanken so stark, dass selbst ein Ergebnis im postmenopausalen Bereich kurz darauf von einem normalen Eisprung gefolgt sein kann. Erst ein Muster über mehrere Messungen oder zwölf Monate ausbleibende Menstruation schafft Gewissheit.
Daraus folgt ein praktischer Hinweis: Auch wenn die Hormone chaotisch wirken und die Fruchtbarkeit gering erscheint, ist ein unerwarteter Eisprung bis zur offiziellen Menopause möglich. Wer keine Schwangerschaft möchte, braucht weiterhin Verhütung, bis zwölf aufeinanderfolgende Monate ohne Menstruation vergangen sind.
Diese Antwort stützt sich auf mehrere Übersichtsarbeiten sowie zwei weitere Forschungspublikationen zu hormonellen Veränderungen während der Menopausetransition. Die Evidenzlage zur Abfolge der Veränderungen von Inhibin B, FSH und Östradiol ist konsistent und über mehrere Quellen gut belegt. Die Datenlage zu AMH ist etwas schmaler, die zu Testosteron am geringsten.