Wie lässt du deine Hormonwerte in der Perimenopause testen?
Hormontests in der Perimenopause sind schwer zu interpretieren: AMH ist die praktischste Wahl, erlaubt aber keine zuverlässige Aussage über deine Fruchtbarkeit. Lass Ergebnisse immer ärztlich begleiten.
In der Perimenopause verändern sich die Hormone überraschend unregelmäßig. Estradiol (das weibliche Geschlechtshormon) ist paradoxerweise erhöht, während Progesteron abfällt. FSH (das Hormon, das die Eizellreifung anregt) steigt an. Diese Kombination macht eine einzelne Blutabnahme schwer zu bewerten: Ein einziger Messwert sagt kaum etwas aus.
Die praktischste Option ist AMH (Anti-Müller-Hormon), ein Stoff, den die Eierstöcke selbst produzieren. Du musst keinen bestimmten Zyklustag abwarten. Je näher die Menopause rückt, desto zuverlässiger wird AMH als Vorhersagewert. Bei Frauen, die noch weit von der Menopause entfernt sind, können die Unsicherheitsspannen zwei bis zwölf Jahre betragen. AMH gibt also Auskunft über die Eierstockreserve, nicht darüber, wann genau du in die Wechseljahre kommst.
Eine Alternative ist FSH, gemessen am dritten Zyklustag. Das wird seit Langem eingesetzt, ist aber zur Beurteilung der Eierstockfunktion weniger genau als AMH. Ein erhöhter FSH-Wert über 22,3 mIU/ml liefert dennoch ein Signal, das einem nicht messbaren AMH-Wert ähnelt, wenn es um die Diagnose einer frühen Menopause geht.
Wenn in deiner Familie eine frühe Menopause bekannt ist, kann ein extrem niedriges oder nicht messbares AMH auf ein vorzeitiges Versagen der Eierstöcke hinweisen. Sprich das in dem Fall mit deiner Ärztin oder deinem Arzt an.
Vorsicht bei Selbsttests aus dem Internet: 74 % der Anbieter behaupten, das Ergebnis sage etwas über deine Schwangerschaftschancen aus. Das stimmt nicht. Vier größere Studien zeigen, dass Frauen mit niedrigem AMH (unter 0,7 ng/ml) vergleichbare Chancen auf eine Schwangerschaft haben wie Frauen mit normalem AMH. Solche Tests können unnötig beunruhigen oder falsche Sicherheit vermitteln. Dazu kommt: Messmethoden sind zwischen Labors bisher nicht einheitlich standardisiert, weshalb Ergebnisse schwanken können. Lass Werte deshalb immer ärztlich einordnen.
Basierend auf mehreren Beobachtungs- und Diagnosestudien (PMID 29027807, 16034185, 28235465, 36651193, 30299431, 37603332). Keine randomisierten Studien; die diagnostische Genauigkeit und klinische Einordnung sind assoziativer Natur.