Frau stirbt nach NAD⁺-Infusion in Wellness-Klinik
Eine 27-jährige Frau in New York City ist gestorben, nachdem sie in einer lokalen Wellness-Klinik eine intravenöse Infusion erhalten hatte. Die Behandlung wurde als Langlebigkeitstherapie vermarktet. Der Fall hat dringende Fragen über unbewiesene Anti-Aging-Interventionen neu entfacht.
Die Infusion enthielt Berichten zufolge NAD⁺ (Nicotinamidadenindinukleotid), ein Koenzym, das eine zentrale Rolle bei der Energieproduktion und der DNA-Reparatur spielt. NAD⁺-Spiegel sinken mit zunehmendem Alter in bestimmten Geweben, was die Substanz zum Gegenstand der Langlebigkeitsforschung gemacht hat. Die behandelnde Person, die inzwischen festgenommen wurde, besitzt keine ärztliche Zulassung in den Vereinigten Staaten.
Was sagt die Wissenschaft tatsächlich?
Die Datenlage für intravenöse NAD⁺-Infusionen ist besonders dünn. Orale Vorstufen wie NR (Nicotinamidribosid) und NMN (Nicotinamidmononukleotid) können NAD⁺-Spiegel im Blut zuverlässig erhöhen. In Tiermodellen haben beide verschiedene altersbedingte Befunde verbessert. Doch die Datenlage beim Menschen bleibt begrenzt, und das gilt noch mehr für Infusionen. Wie die von Lifespan.io befragten Experten betonen, birgt jeder experimentelle Eingriff unbekannte Risiken, ob durch die Biologie der Therapie selbst, durch Probleme bei der Herstellung oder durch Fehler bei der Zubereitung und Verabreichung.
Der Langlebigkeitsforscher Matt Kaeberlein wies darauf hin, dass dies nicht das erste Mal sei, dass jemand beim Versuch, eine unbewiesene Langlebigkeitstherapie anzuwenden, schwer geschädigt worden oder gestorben sei. Er riet dazu, die Ergebnisse des Gerichtsmediziners abzuwarten, bevor Schlussfolgerungen über die konkret verwendete Substanz gezogen werden. Klar ist jedoch, dass die behandelnde Person keine Zulassung besaß und die Umgebung weit von einem klinisch sicheren Rahmen entfernt war.
Ein wachsendes Problem im Bereich der Langlebigkeitsforschung
Der NAD⁺-Markt hat sich in den vergangenen Jahren rasch ausgeweitet. Nasensprays, Pflaster und Infusionen sind trotz begrenzter klinischer Belege weit verbreitet. Im streng kontrollierten Intervention Testing Program des National Institute on Aging verlängerte NR in einer Studie aus dem Jahr 2016 die Lebensspanne, scheiterte daran jedoch in Folgestudien bei beiden Geschlechtern.
Dieser Fall ist eine eindringliche Erinnerung daran, dass die Popularität eines Nahrungsergänzungsmittels oder einer Therapie nichts über deren Sicherheit oder Wirksamkeit aussagt. Die behördliche Aufsicht über viele dieser Produkte ist nach wie vor begrenzt, und Verbraucher sind irreführenden Behauptungen schutzlos ausgeliefert.
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