Hautentzündung im Alter hängt mit einem veränderten Protein-Duo zusammen
Ältere Haut ist chronisch leicht entzündet, ganz ohne Wunde oder Infektion. Forscher haben nun einen molekularen Mechanismus gefunden, der das erklärt – und er betrifft ein Zusammenspiel, das die Haut eigentlich schützen soll.
In gesunder Haut arbeiten zwei Proteine zusammen: BMAL1 und YAP. BMAL1 ist ein Bestandteil der biologischen Uhr der Zelle, also jenes inneren Zeitmessers, der den Tag-Nacht-Rhythmus steuert. YAP reagiert auf mechanische Signale aus der Zellumgebung. Gemeinsam halten beide Proteine die Hautzellen stabil und im Gleichgewicht.
Die Forscher, die ihre Ergebnisse in Nature Aging veröffentlicht haben, stellten fest, dass sich diese Zusammenarbeit mit dem Alter verändert. Die gemeinsame Aktivität von BMAL1 und YAP verlagert sich hin zu DNA-Abschnitten, die Entzündungsreaktionen antreiben – ausgelöst unter anderem durch altersbedingte Veränderungen in der Zellumgebung. Das Ergebnis: Das Hautgewebe produziert dauerhaft mehr Entzündungssignale, ohne dass ein äußerer Anlass vorliegt.
Die biologische Uhr übernimmt eine unerwartete Rolle
Bemerkenswert ist, dass BMAL1 hier nicht in seiner klassischen Funktion als Taktgeber-Gen auftritt. Normalerweise reguliert es den zeitlichen Ablauf zellulärer Prozesse. In gealterter Haut tut es das zwar weiterhin, wirkt aber zusätzlich an der Aktivierung von Entzündungsgenen mit – eine Rolle, die diesem Protein bislang nicht zugeschrieben wurde.
Chronische, schwach ausgeprägte Entzündungsprozesse in alterndem Gewebe werden unter dem Begriff Inflammaging zusammengefasst, einem Kunstwort aus „Inflammation" und „Aging". Gemeint ist eine anhaltend erhöhte Entzündungsbereitschaft des Körpers, die nicht durch Infektionen verursacht wird. In der Alternsforschung gilt Inflammaging als möglicher Faktor bei verschiedenen altersbedingten Erkrankungen, wobei sein Anteil je nach Gewebe und Person unterschiedlich stark ausfällt.
Was das für die Hautalterung bedeutet
Die Studie benennt ein konkretes Ziel für künftige Forschung: das Zusammenspiel von BMAL1 und YAP als möglichen Ansatzpunkt für Eingriffe. Die Forscher betonen, dass es sich um frühe Befunde handelt. Ob Eingriffe, die auf diesen Mechanismus abzielen, beim Menschen wirksam und umsetzbar wären, ist noch offen. Klinische Anwendungen gibt es bislang nicht.
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