Plättchenreiches Plasma schlägt Kortison bei Rückenschmerzen durch Spinalstenose
Kortison-Injektionen gelten als Standardtherapie bei Rückenschmerzen infolge einer Spinalstenose. Eine neue Studie an Hunden deutet jedoch darauf hin, dass plättchenreiches Plasma länger anhaltende Linderung bieten könnte. Da die Erkrankung enge Parallelen zur Situation älterer Menschen aufweist, lohnt sich ein genauer Blick auf den Vergleich.
Die lumbosakrale Stenose ist eine Erkrankung, bei der sich der Spinalkanal im unteren Rückenbereich verengt und Schmerzen sowie eingeschränkte Beweglichkeit verursacht. Bei Hunden tritt sie häufig auf und entspricht beim Menschen der degenerativen lumbalen Spinalstenose – einer der Hauptursachen für Schmerzen und Beeinträchtigungen im Alter. Konservative Injektionstherapien werden weit verbreitet eingesetzt, weil sie ein geringeres Verfahrensrisiko als eine Operation tragen.
Eine retrospektive Studie verglich drei Behandlungen an 55 Hunden: Injektionen mit plättchenreichem Plasma (PRP), epidurale Kortikosteroid-Injektionen (Methylprednisolon) sowie ein Mesotherapie-Protokoll aus lokalen Anästhetika und entzündungshemmenden Wirkstoffen. Die Forschenden erfassten Schmerzintensität und Beweglichkeit zu mehreren Zeitpunkten bis zu 120 Tage nach der Behandlung.
PRP hält seine Wirkung am längsten
Alle drei Behandlungen führten in den ersten 90 Tagen zu deutlichen Schmerzverbesserungen. Nur die PRP-Gruppe behielt diese Verbesserungen jedoch bis zur abschließenden Messung nach 120 Tagen bei. Der Unterschied in den Schmerzwerten war zu diesem Zeitpunkt statistisch signifikant (p = 0,03). Die Kortison- und Mesotherapie-Gruppen zeigten nach 90 Tagen eine stärkere Rückentwicklung.
PRP wirkt, indem körpereigene Wachstumsfaktoren konzentriert und direkt an der Schadstelle injiziert werden, um die Gewebereparatur zu unterstützen. Kortison hemmt Entzündungen unmittelbar, aber nur vorübergehend. Die längere Wirkdauer von PRP könnte auf einen tatsächlichen Gewebereparatur-Effekt hinweisen – und nicht bloß auf eine Unterdrückung der Symptome.
Was das für die Gelenkgesundheit im Alter bedeutet
Es handelt sich um eine Tierstudie; ob sich die Ergebnisse auf menschliche Wirbelsäulenerkrankungen übertragen lassen, muss die klinische Forschung am Menschen zeigen. PRP wird beim Menschen bereits bei gelenkbezogenen Erkrankungen eingesetzt, mit uneinheitlicher Evidenzlage in der Fachliteratur. Aus Sicht der Longevity-Forschung sind die Befunde bemerkenswert: Sollte PRP bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen eine nachhaltigere Linderung bieten als Kortikosteroide, könnte es künftig eine Rolle dabei spielen, die Mobilität älterer Menschen zu erhalten. Das retrospektive Studiendesign und die Tierpopulation setzen den Schlussfolgerungen allerdings klare Grenzen.
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