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Forschung · Alterungsuhren

Welche Körpermessungen den frühen Tod am besten vorhersagen

Redaktion LongevityWatch · 10. Oktober 2026 · 1 min · English

Welcher Messwert des menschlichen Körpers sagt am zuverlässigsten voraus, wie lange jemand lebt? Forscher haben Dutzende bekannte Biomarker miteinander verglichen – und kamen zu einem überraschenden Ergebnis: Der stärkste Prädiktor ist nicht das, was die meisten erwarten würden.

Biologisches Alter und Kalenderalter sind nicht dasselbe. Jemand mit sechzig Lebensjahren kann auf Zellebene vierzig sein – oder achtzig. Doch welches Messinstrument erfasst diesen Unterschied am genauesten? Dieser Frage ging eine Studie mit der LBC1936-Kohorte nach: 861 Menschen, geboren 1936, die alle drei Jahre zwischen dem siebzigsten und neunundachtzigsten Lebensjahr untersucht wurden.

Die Forschenden verglichen epigenetische Uhren, organspezifische Protein-Profile, funktionelle Messgrößen wie Ganggeschwindigkeit und Handkraft, Hirnvolumen, Lungenfunktion und Telomerlänge. Telomere sind die Schutzkappen der Chromosomen; ihre Verkürzung galt lange als zentrales Alterungszeichen. In dieser Studie zeigte die Telomer-Verkürzung in weißen Blutkörperchen jedoch keinen signifikanten Zusammenhang mit der Sterblichkeit.

GrimAge2 an der Spitze

Die epigenetische Uhr GrimAge2 wies die stärkste Assoziation mit der Gesamtsterblichkeit auf. Diese Uhr fasst mehrere Blutproteine und DNA-Methylierungsmuster zu einem einzigen Maß für biologisches Altern zusammen. Auch organspezifische Altersabweichungen – besonders bei Leber, Immunsystem, Herz, Bauchspeicheldrüse und Gehirn – waren eng mit der Sterblichkeit verknüpft.

Zugleich erwiesen sich einige funktionelle Messgrößen als mindestens ebenso aussagekräftig wie molekulare Uhren. Gesamtes Hirnvolumen, Volumen der grauen Substanz, kognitive Gesamtleistung und zwei Maße der Lungenfunktion sagten die Sterblichkeit genauso gut oder besser voraus als viele blutbasierte Marker.

Ergänzend statt überlappend

Auffällig war, dass die Biomarker kaum miteinander überlappten. Wer in einem Organ ein hohes biologisches Alter aufwies, zeigte dasselbe nicht zwingend in einem anderen. Das bestätigt frühere Befunde, wonach Organe weitgehend unabhängig voneinander altern.

GrimAge2 korrelierte dennoch breit mit den übrigen Markern und ist damit ein besonders aussagekräftiges zusammengesetztes Instrument. Die nüchterne Lehre für die Longevity-Forschung: Ein einzelner Messwert reicht nicht aus. Wer sein biologisches Alter verstehen will, braucht dafür mehrere Datenpunkte.

Zum Originalartikel

Suchbegriffe zur Vertiefung: epigenetic clock mortality risk, organ biological age proteomics, GrimAge DNA methylation

Was sagt die Evidenz dazu?
Wie kann ich mein biologisches Alter messen?
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