Bewegung verlangsamt die zelluläre Alterung bei Brustkrebsüberlebenden
Krebsüberlebende altern auf zellulärer Ebene schneller. Neue Daten aus einer randomisierten Studie legen nahe, dass regelmäßige Bewegung diesen Prozess bremst und die kognitive Leistungsfähigkeit schützt.
Das Überleben einer Krebserkrankung hat oft einen verborgenen Preis. Chemotherapie und Bestrahlung schädigen Zellen und erhöhen die Last seneszenter Zellen – also Zellen, die sich nicht mehr erneuern, aber auch nicht absterben. Diese Zellen setzen kontinuierlich entzündliche Signale frei, die das umliegende Gewebe schädigen.
Forschende begleiteten körperlich inaktive Brustkrebsüberlebende innerhalb von fünf Jahren nach ihrer Diagnose. Eine Gruppe absolvierte ein einjähriges Remote-Trainingsprogramm. Die andere nahm an einem Gesundheits- und Wellnessprogramm ohne zusätzliche körperliche Aktivität teil. Blutproben wurden zu Beginn der Studie sowie nach sechs und zwölf Monaten entnommen. Die Forschenden berechneten anschließend das biologische Alter mithilfe epigenetischer Uhren – Messverfahren, die erfassen, wie stark DNA-Modifikationen auf biologisches Altern hinweisen.
Eine langsamere biologische Uhr
Die Trainingsgruppe alterte biologisch langsamer als die Kontrollgruppe. Dies zeigte sich bei zwei verschiedenen epigenetischen Uhren: GrimAge2 und DNAmFitAge. Teilnehmende, die biologisch schneller alterten, schnitten auch bei Aufmerksamkeitsaufgaben schlechter ab und berichteten von stärkerem kognitivem Abbau. Beide Trends verliefen parallel.
Eine genomweite Analyse der Blut-DNA identifizierte spezifische Methylierungsstellen (CpG-Stellen), die sich zwischen den Gruppen unterschieden. Mehrere davon sind Genen zugeordnet, die an der BDNF-Signalgebung beteiligt sind – einem Wachstumsfaktor, der für die Gesundheit von Gehirnzellen wichtig ist.
Was das für die Longevity-Forschung bedeutet
Krebsüberlebende tragen eine ungewöhnlich hohe Last seneszenter Zellen und sind damit ein aufschlussreiches natürliches Modell für beschleunigtes Altern. Dass Bewegung die biologische Uhr selbst in dieser Gruppe verlangsamte, stärkt die wachsende Evidenz, dass körperliche Aktivität weitreichende Effekte auf Zellebene hat – weit über Muskel und Herz hinaus. Aus der Perspektive der Longevity-Forschung ist das bemerkenswert.
Die Studie ist eine Sekundäranalyse einer randomisierten Studie; die Ergebnisse sind daher vorläufig und beziehen sich spezifisch auf Brustkrebsüberlebende. Ob identische Effekte in gleicher Stärke auch bei gesunden älteren Erwachsenen auftreten, ist noch nicht belegt.
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