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Forschung · Alterungsuhren

Eine klügere Altersuhr für ältere Erwachsene

Redaktion LongevityWatch · 10. August 2026 · 2 min · English

Die meisten biologischen Altersuhren werden auf das chronologische Alter trainiert, doch das birgt einen versteckten Fehler: Menschen, die mit siebzig oder achtzig noch am Leben sind, haben bereits eine Überlebensselektion durchlaufen. Eine neue Uhr, entwickelt auf Basis der Framingham Heart Study, versucht, diesen Bias zu korrigieren.

Wenn Altersuhren anhand älterer Studienteilnehmer trainiert werden, erfassen sie zwangsläufig auch Signale der Überlebensresilienz und nicht allein das biologische Altern. Das erschwert die Beurteilung, ob eine bestimmte Intervention tatsächlich den körperlichen Abbau verlangsamt oder ob die Uhr schlicht zu unempfindlich ist, um Veränderungen zu registrieren.

Ein alternativer Ansatz trainiert eine Uhr nicht auf das Alter in Jahren, sondern auf die Geschwindigkeit, mit der Organfunktionen im Laufe der Zeit nachlassen. Man bezeichnet dies als Maß für das Alterungstempo. Eine frühere Version, DunedinPACE, zeigte Sensitivität gegenüber Kalorienrestriktion, der am besten belegten Intervention zur Verlangsamung des Alterns in Labormodellen. DunedinPACE basierte jedoch auf Daten gesunder, vergleichsweise junger Erwachsener aus der Dunedin Longitudinal Study.

Die Forschenden wandten dieselbe Methodik auf die Framingham Heart Study Offspring Cohort an, eine ältere und klinisch heterogenere Population. Ziel war es herauszufinden, ob die Sensitivität von DunedinPACE gegenüber Kalorienrestriktion im Design der Uhr selbst begründet liegt oder lediglich auf der demografischen Ähnlichkeit zwischen der Entwicklungs- und der Testpopulation beruht.

Warum das für klinische Studien wichtig ist

Klinische Studien, die Longevity-Interventionen erproben, brauchen einen zuverlässigen Maßstab. Reagiert die Uhr nicht auf echte biologische Veränderungen in der Studienpopulation, könnte ein negatives Ergebnis auf ein mangelhaftes Messinstrument hinweisen und nicht auf eine unwirksame Behandlung. Altersuhren in Populationen zu entwickeln, die künftigen Studienteilnehmern ähneln, hat daher einen ganz praktischen Wert.

Was noch offen bleibt

Ob die neue, auf der Framingham-Studie basierende Uhr auch auf andere Interventionen als Kalorienrestriktion anspricht, ist noch nicht untersucht worden. Wie sie im Vergleich zu bestehenden Uhren in tatsächlichen klinischen Studien abschneidet, muss ebenfalls erst noch geklärt werden. Dies ist sorgfältige, methodische Wissenschaft: weniger spektakulär als ein neues Medikament, aber unverzichtbare Grundlagenarbeit, um überhaupt beurteilen zu können, ob eine Longevity-Behandlung wirkt.

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