Fasten verwandelt Fettzellen in Energieverbraucher
Weiße Fettzellen speichern Energie. Das ist ihre Funktion. Doch was wäre, wenn man sie dazu bringen könnte, stattdessen Energie zu verbrennen, so wie es braune Fettzellen tun? Intermittierendes Fasten scheint genau das zu bewirken, und zwar über einen unerwarteten Zweig des Immunsystems.
Forschende haben in eLife Ergebnisse veröffentlicht, denen zufolge intermittierendes Fasten eine bestimmte Gruppe von Immunzellen aktiviert: die sogenannten angeborenen lymphoiden Zellen Typ 3 (ILC3s). Diese Zellen setzen ein Signalmolekül namens IL-22 frei, das weiße Fettzellen dazu veranlasst, einen Prozess durchzulaufen, der als „Beigeing" bekannt ist. Dabei nehmen weiße Fettzellen Eigenschaften brauner Fettzellen an und beginnen, Energie zu verbrennen statt sie zu speichern. Die Studie erschien in eLife.
Beiges Fett als Zwischenzustand
Weißes Fettgewebe lagert sich an, wenn die Energiezufuhr den Verbrauch übersteigt. Braunes Fettgewebe verfügt über mehr Mitochondrien und verbrennt Energie in Form von Wärme. Beiges Fettgewebe ist eine Zwischenform: normalerweise gespeichertes Fett, das unter bestimmten Bedingungen Eigenschaften von braunem Fett annimmt. Dieser Umwandlungsprozess, bekannt als Verbräunung von weißem Fett, gilt seit Langem als möglicher Ansatz zur Verbesserung der Stoffwechselgesundheit, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen bislang nicht vollständig verstanden wurden.
Die Beteiligung von ILC3-Zellen und dem Zytokin IL-22 als Bindeglied zwischen intermittierendem Fasten und der Umstrukturierung von Fettgewebe ist ein neues Puzzlestück. Es verbindet das Immunsystem unmittelbar damit, wie Fettgewebe auf Ernährungsmuster reagiert.
Bedeutung für das Altern
Die Biologie des Fettgewebes ist eng mit dem Alterungsprozess verknüpft. Mit zunehmendem Alter steigt die Speicherung von weißem Fett, während braunes und beiges Fett abnehmen. Das trägt zu Stoffwechselproblemen wie Insulinresistenz bei. Sollte intermittierendes Fasten dieses Muster durch Immunsignale teilweise umkehren können, wären die Implikationen für die Langlebigkeitsforschung bemerkenswert. Anzumerken ist, dass es sich um eine Korrektur einer früheren Veröffentlichung handelt, was bedeutet, dass einzelne Details möglicherweise überarbeitet wurden. Der zentrale Befund wird durch die Korrektur nicht in Frage gestellt.
Ob derselbe Mechanismus auch beim Menschen greift und ob er langfristige gesundheitliche Vorteile bringt, muss in weiteren Studien geklärt werden.
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