Belasten Kreatin-Nahrungsergänzungsmittel deine Nieren?
Bei gesunden Menschen belastet Kreatin (3-5 g/Tag) die Nieren nachweislich nicht. Nimmst du nierenschädigende Medikamente oder hast du eine Nierenerkrankung, sprich das vorher mit deinem Arzt ab.
Kreatin-Nahrungsergänzungsmittel erhöhen deinen Kreatinin-Blutwert leicht. Kreatin wird im Körper spontan zu Kreatinin abgebaut, weshalb dieser Wert im Blutbild etwas höher ausfällt. Das bedeutet nicht, dass deine Nieren schlechter arbeiten, kann Ärzte aber auf die falsche Fährte führen, wenn sie dein Ergebnis interpretieren, ohne zu wissen, dass du Kreatin nimmst.
Die tatsächliche Nierenfunktion bleibt normal. Die glomeruläre Filtrationsrate, also die Menge Blut, die deine Nieren pro Minute filtern, ist ein zuverlässigerer Marker als Kreatinin allein und verändert sich bei Kreatineinnahme nicht nennenswert. Auch Plasma-Harnstoff, ein weiteres Abbauprodukt zur Einschätzung der Nierenbelastung, bleibt stabil. Mehrere systematische Übersichtsarbeiten und Metaanalysen an gesunden Menschen finden bei der empfohlenen Dosierung von 3 bis 5 Gramm pro Tag keine Verschlechterung der Nierenfunktion.
Es gibt Einzelfallberichte über Nieren- und Leberprobleme. Diese betrafen jedoch Personen, die Kreatin mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln kombinierten oder über längere Zeit deutlich höhere Dosen einnahmen. Solche Fallberichte stammen nicht aus kontrollierten Studien und sagen wenig über jemanden aus, der sich an die Empfehlungen hält.
Hast du eine bestehende Nierenerkrankung oder nimmst du Medikamente, die die Nieren belasten? Dazu gibt es bisher zu wenig kontrollierte Studien, um Kreatin für diese Gruppe klar als sicher einzustufen. Sprich das in diesem Fall zuerst mit deinem Arzt ab.
Basierend auf mehreren systematischen Reviews und Metaanalysen (PMID 33557850, 31375416, 36986197, 41199218). Sicherheitsdaten für Personen mit Nierenerkrankungen sind begrenzt (PMID 31859895, 36986197). Fallberichte bei hohen Dosierungen sind anekdotisch (PMID 23851411).