Erhöht Glyphosat das Risiko für Lymphknotenkrebs?
Ob Glyphosat Non-Hodgkin-Lymphome verursacht, ist nach mehreren großen Analysen weiterhin ungeklärt. Wer beruflich intensiv damit arbeitet, sollte das mit dem Betriebsarzt besprechen.
Die Debatte um Glyphosat und Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) dreht sich um widersprüchliche Ergebnisse aus mehreren großen Analysen. Eine Metaanalyse fand ein um 41 % erhöhtes Risiko in der am stärksten belasteten Gruppe. Zwei weitere Metaanalysen kamen dagegen auf kaum messbare Unterschiede (Faktor 1,03 bzw. 1,05), beide statistisch nicht signifikant. Eine große US-amerikanische Studie unter Landwirten fand überhaupt keinen Zusammenhang mit NHL oder einem seiner Subtypen.
Am deutlichsten ist das Signal bei einer aggressiven Unterform: dem diffus großzelligen B-Zell-Lymphom. Zwei der Metaanalysen berichten dort ein leicht erhöhtes Risiko von rund 30 %, das jedoch nicht in allen Berechnungen statistisch gesichert ist. Eine gepoolte Analyse mehrerer Studien fand ein erhöhtes Risiko bei mehr als zwei Tagen Anwendung pro Jahr. Dieser Effekt verschwand weitgehend, sobald die Forschenden gleichzeitige Belastungen durch andere Pestizide berücksichtigten.
In Labor- und Tierversuchen verursacht Glyphosat DNA-Schäden in den Zellen, aus denen Lymphknotenkrebs entsteht, und aktiviert ein Enzym, das an der Krebsentstehung beteiligt ist. Das macht einen biologischen Zusammenhang vorstellbar. Diese mechanistischen Befunde stammen allerdings zum Teil von einem Forscher, der als bezahlter Sachverständiger in Glyphosat-Prozessen tätig war; Laborergebnisse lassen sich zudem nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen.
Zwei der Metaanalysen weisen auf einen Publikationsbias hin: Studien mit positiven Befunden werden häufiger veröffentlicht als Studien ohne Befund. Trifft das zu, liegt das tatsächliche Risiko unter dem, was die positiven Analysen nahelegen. Für andere Blutkrebsarten wie das multiple Myelom wurde kein erhöhtes Risiko gefunden. Bei akuter myeloischer Leukämie gibt es einen Hinweis in der am stärksten belasteten Gruppe, der in der Hauptanalyse aber statistisch nicht überzeugend war.
Dieses Ergebnis stützt sich auf vier eigenständige Metaanalysen, zwei Übersichtsarbeiten zu den zugrunde liegenden Mechanismen, eine große prospektive Studie unter Landwirten sowie eine gepoolte Analyse mehrerer Studien. Die Autorinnen und Autoren der Metaanalysen bezeichnen die Evidenzlage selbst als widersprüchlich und warnen vor Hinweisen auf Publikationsbias, was die Aussagekraft zusätzlich einschränkt. Die mechanistischen Befunde stammen zum Teil von einem Forscher mit einem potenziellen Interessenkonflikt.
Erhöht viel Zucker essen mein Krebsrisiko?
Hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke hängt mit einem deutlich erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten zusammen, besonders für früh auftretenden Darmkrebs und Leberkrebs. Der Zusammenhang ist assoziativ, aber konsistent genug, um weniger Softdrinks und Fruchtsäfte zu trinken als konkreten Ansatzpunkt zu benennen.
Erhöht Linolsäure im Gewebe das Risiko für Hautkrebs?
Es gibt vorläufige Hinweise darauf, dass höhere Linolsäurespiegel mit einem erhöhten Melanomrisiko zusammenhängen, doch die Evidenzlage ist zu gering und zu widersprüchlich, um Linolsäure zu meiden. Wer sich Sorgen um Hautkrebs macht, erreicht mit ausreichend Vitamin D und konsequentem UV-Schutz deutlich mehr.
Erhöht Übergewicht mein Krebsrisiko – und wenn ja, bei welchen Krebsarten?
Übergewicht erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten, darunter Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust- und Leberkrebs. Wer abnimmt, senkt dieses Risiko – wobei noch unklar ist, ob alle Methoden der Gewichtsabnahme gleich wirksam für die körpereigene Krebsabwehr sind.
Erhöht eine Helicobacter-Infektion im Magen das Risiko für Magenkrebs?
Eine H.-pylori-Infektion erhöht das Magenkrebsrisiko nachweislich, das individuelle Risiko bleibt aber begrenzt. Lass dich testen, wenn du den Keim noch nicht losgeworden bist, und besprich eine Behandlung mit deinem Arzt.
Erhöht die Arbeit mit Pestiziden das Krebsrisiko?
Mehrere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Arbeit mit Pestiziden und einem erhöhten Risiko für verschiedene Krebsarten, darunter Blasen-, Darm- und Blutkrebs. Ungeschützten Kontakt zu vermeiden ist sinnvoll – besonders wenn du schwanger bist oder es werden möchtest.
Erhöht Alkohol dein Krebsrisiko, auch bei einem Glas pro Tag?
Ja, schon ein Glas pro Tag erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten, insbesondere Brust- und Darmkrebs. Eine sichere Untergrenze existiert nicht; weniger zu trinken oder ganz aufzuhören, senkt dein Risiko unmittelbar.