Erhöht viel Zucker essen mein Krebsrisiko?
Hoher Konsum zuckerhaltiger Getränke hängt mit einem deutlich erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten zusammen, besonders für früh auftretenden Darmkrebs und Leberkrebs. Der Zusammenhang ist assoziativ, aber konsistent genug, um weniger Softdrinks und Fruchtsäfte zu trinken als konkreten Ansatzpunkt zu benennen.
Zuckerhaltige Getränke sind am gründlichsten untersucht. Frauen, die täglich zwei oder mehr davon tranken, hatten gegenüber Frauen mit weniger als einer Portion pro Woche ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Darmkrebs vor dem fünfzigsten Lebensjahr. Jede zusätzliche Portion pro Tag war mit 16 % mehr Risiko verbunden1. Auch Getränke, die bereits im Teenageralter konsumiert wurden, zeigten einen Zusammenhang: 32 % höheres Risiko pro zusätzlicher Portion pro Tag, wobei das Ergebnis die Grenze zur statistischen Bedeutsamkeit gerade noch erreicht.
Bei Frauen nach den Wechseljahren war täglicher Konsum zuckerhaltiger Getränke mit einem fast doppelt so hohen Risiko für Leberkrebs verbunden und mit 68 % mehr Risiko, an einer chronischen Lebererkrankung zu sterben. Getränke mit künstlichen Süßungsmitteln zeigten in derselben Studie kein erhöhtes Risiko.
Eine große japanische Studie fand keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der gesamten Zuckeraufnahme und Darmkrebs insgesamt. Nur für Mastdarmkrebs bei Frauen gab es bei hoher Zuckeraufnahme einen Hinweis, doch das Bild war nicht einheitlich.
Zell- und Tierversuche liefern Hinweise darauf, wie Zucker Krebs beeinflussen könnte. Im Labor macht die Kombination aus Glukose und Fruktose, wie sie in Softdrinks vorkommt, Darmkrebszellen beweglicher und fördert die Streuung in andere Organe. Tierversuche zeigen, dass Fruktose das Tumorwachstum bei Melanom und Brustkrebs beschleunigen kann: Die Leber wandelt Fruktose in bestimmte Fette um, die Tumorzellen als Baustoff nutzen. Dazu gibt es bisher nur Tier- und Zelldaten, keine kontrollierten Studien am Menschen.
Eine breite Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass regelmäßiger Konsum zuckerhaltiger Getränke mit Gewichtszunahme, Typ-2-Diabetes und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten zusammenhängt. Übergewicht und gestörte Insulinwirkung sind bekannte Zwischenstufen, die das Krebsrisiko steigern. Schätzungen darüber, wie viele Krebsfälle durch eine gesündere Ernährung verhindert werden könnten, gehen stark auseinander. Der konkreteste Ansatzpunkt bleibt: Schränke zuckerhaltige Getränke ein, denn dort ist die Evidenz für einen Zusammenhang mit Krebs am stärksten.
Alle Aussagen basieren auf Untersuchungen beim Menschen, ergänzt durch Zell- und Tierversuche. Keine einzige Studie kann hier Ursache und Wirkung belegen. Kausalität ist nicht belegt. PMIDs: 33958435, 36851860, 37552302, 40973819, 39633044, 35064240.
Erhöht Übergewicht mein Krebsrisiko – und wenn ja, bei welchen Krebsarten?
Übergewicht erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten, darunter Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust- und Leberkrebs. Wer abnimmt, senkt dieses Risiko – wobei noch unklar ist, ob alle Methoden der Gewichtsabnahme gleich wirksam für die körpereigene Krebsabwehr sind.
Erhöht Typ-2-Diabetes das Risiko für bestimmte Krebsarten?
Typ-2-Diabetes erhöht das Risiko für mehrere Krebsarten, darunter Leber-, Bauchspeicheldrüsen-, Gebärmutter- und Darmkrebs. Wenn du Diabetes hast, lohnt es sich, mit deiner Ärztin oder deinem Arzt zu besprechen, ob Früherkennung oder Lebensstiländerungen für dich in Frage kommen.
Erhöht stark erhitztes oder verbranntes Essen das Krebsrisiko?
Verbranntes oder stark gegrilltes Fleisch enthält Stoffe, die in Tierversuchen Krebs auslösen. Ob normale Mengen davon das Krebsrisiko beim Menschen messbar erhöhen, ist nicht bewiesen. Wer das Risiko begrenzen will, wählt öfter Kochen oder Dämpfen statt Grillen und lässt verkohlte Stücke auf dem Teller.
Erhöht langes Sitzen mein Krebsrisiko, selbst wenn ich Sport treibe?
Langes Sitzen erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten – auch bei regelmäßigem Sport. Neben ausreichend Bewegung solltest du daher gezielt darauf achten, deine Sitzzeit zu reduzieren, denn beides ersetzt sich nur zum Teil.
Erhöht schlechter Schlaf mein Krebsrisiko?
Schlechter Schlaf, insbesondere Schlafapnoe und Nachtarbeit, hängt mit einem erhöhten Krebsrisiko zusammen. Ob dein persönliches Risiko steigt, hängt davon ab, welche Schlafprobleme du hast. Apnoebeschwerden solltest du auf jeden Fall abklären lassen.
Erhöht ein dicker Bauch mein Krebsrisiko stärker als normales Übergewicht?
Ein dicker Bauch erhöht das Risiko für mehrere Krebsarten stärker als normales Übergewicht, besonders bei Männern. Den Taillenumfang bestimmen zu lassen ist daher aussagekräftiger, als nur auf die Waage zu schauen.