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Erhöht viel Zucker essen mein Krebsrisiko?

Unsicher · Mäßige Evidenz

Es gibt deutliche Hinweise darauf, dass zuckerhaltige Getränke das Risiko für Leberkrebs erhöhen – ein ursächlicher Zusammenhang ist aber nicht bewiesen. Den Konsum zu reduzieren ist trotzdem eine sinnvolle Entscheidung.

Die vollständige Antwort

Am besten untersucht sind zuckerhaltige Getränke. Eine große Studie mit mehr als 90.000 postmenopausalen Frauen, die fast 21 Jahre lang beobachtet wurden, zeigte: Wer täglich ein oder mehrere Gläser zuckerhaltiger Getränke trank, hatte ein 85 % höheres Risiko für Leberkrebs und ein 68 % höheres Risiko, an einer chronischen Lebererkrankung zu sterben – verglichen mit Frauen, die solche Getränke selten konsumierten. Das ist ein statistischer Zusammenhang, kein Beweis für Ursache und Wirkung. Andere Lebensstilfaktoren können eine Rolle spielen. Trotzdem ist das Ergebnis bemerkenswert deutlich und stammt aus einer langen, umfangreichen Studie.

Ein breiter Übersichtsartikel bestätigt, dass es solide Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem regelmäßigen Konsum zuckerhaltiger Getränke und einem erhöhten Risiko für bestimmte Krebsarten gibt. Welche Krebsarten dabei besonders stark betroffen sind, variiert je nach Studie. Darmkrebs bei jungen Erwachsenen unter 50 wird in einem weiteren Überblick ebenfalls mit einer westlichen Ernährung in Verbindung gebracht, die reich an raffinierten Kohlenhydraten und fructosehaltigem Sirup ist – wobei es sich dabei um ein Zusammenspiel verschiedener Ernährungsfaktoren handelt und nicht um Zucker allein.

Warum Zucker möglicherweise zur Krebsentstehung beiträgt, ist beim Menschen noch nicht eindeutig belegt. Laborexperimente legen nahe, dass ein hoher Zuckerkonsum chronische niedriggradige Entzündungen auslöst und das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringt, was dazu führen könnte, dass Krebszellen schlechter beseitigt werden. Das ist mechanistisches Denken und gilt noch nicht als klinischer Nachweis.

Künstlich gesüßte Getränke zeigten in der Leberkrebs-Studie kein signifikant erhöhtes Risiko. Eine separate Metaanalyse aus 25 Studien mit knapp 3,7 Millionen Teilnehmenden fand ebenfalls keinen klaren Zusammenhang mit Krebs im Allgemeinen – abgesehen von einem geringen Anstieg in europäischen Studien, der sich durch andere Ernährungsgewohnheiten erklären lässt. Künstliche Süßstoffe sind also nicht in jeder Hinsicht eine eindeutig sichere Alternative, aber speziell für Krebs gibt es derzeit keinen starken Hinweis auf einen Schaden.

Die Belege
5 Studien · 1 Meta-Analysen · ≈ 3.700.000 Teilnehmer

Alle Aussagen beruhen auf Beobachtungsstudien – Kohortenstudien, Metaanalysen von Kohortenstudien und Übersichtsarbeiten. Randomisierte kontrollierte Studien zu dieser Frage existieren nicht. Kausalität lässt sich daher nicht ableiten. Der Befund zu Leberkrebs gilt ausschließlich für postmenopausale Frauen und ist nicht ohne Weiteres auf Männer oder jüngere Frauen übertragbar.

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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