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Erhöht Übergewicht mein Krebsrisiko – und wenn ja, bei welchen Krebsarten?

Übergewicht erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten, darunter Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust- und Leberkrebs. Wer abnimmt, senkt dieses Risiko – wobei noch unklar ist, ob alle Methoden der Gewichtsabnahme gleich wirksam für die körpereigene Krebsabwehr sind.

Übergewicht und Adipositas erhöhen das Krebsrisiko an mindestens 13 Körperstellen. Weltweit gehen fast 12 % aller Krebserkrankungen bei Männern und über 13 % bei Frauen auf zu viel Körpergewicht zurück. Diese Schlussfolgerung stützt sich auf eine umfangreiche und konsistente Forschungsgrundlage.

Die stärksten Zusammenhänge sind für Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust- (nach den Wechseljahren), Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs belegt. Wie groß der Effekt ist, zeigen Magenbypass-Operationen besonders eindrücklich: Frauen, die danach deutlich abnahmen, hatten verglichen mit Menschen mit Adipositas ohne Operation ein um 62 % niedrigeres Risiko für Gebärmutterkrebs, um 44 % für Brustkrebs nach den Wechseljahren, um 65 % für Leberkrebs, um 48 % für Bauchspeicheldrüsenkrebs und um 37 % für Dickdarmkrebs. Dass das Risiko nach einer Gewichtsabnahme so deutlich sinkt, ist einer der Gründe, warum Forschende Übergewicht als ursächlichen Faktor einstufen.

Übergewicht ist außerdem mit Eierstock-, Gallenblasen-, Speiseröhren-, Magen-, Nieren- und Schilddrüsenkrebs sowie zwei selteneren Erkrankungen verknüpft: Meningeom (ein Tumor der Hirnhäute) und Multiples Myelom (eine Form von Blutkrebs). Die Belege dafür sind etwas weniger eindeutig. Bei Schilddrüsen-, Nieren- und Blutkrebs zeigte eine operative Gewichtsabnahme zudem keinen klaren Schutzeffekt, was den Zusammenhang schwerer interpretierbar macht.

Zwei Mechanismen erklären, wie Übergewicht Krebs fördert. Fettgewebe produziert Hormone, vor allem Östrogene, und löst eine dauerhaft schwelende Entzündung im Körper aus. Diese Entzündung ist bei Brust- und Zungenkrebs mit einer schlechteren Prognose verknüpft. Bemerkenswert: Die Fettgewebsentzündung tritt auch bei Normalgewichtigen auf, weshalb das Körpergewicht allein nicht alles erklärt. Darüber hinaus beeinträchtigt Adipositas die Funktion der Immunzellen, die Krebszellen aufspüren und beseitigen, sodass das Immunsystem Tumoren schlechter unter Kontrolle hält.

Eine Mausstudie verdient gesonderte Erwähnung1: Gewichtsabnahme durch Kalorienrestriktion stellte die Immunfunktion der Mäuse wieder her, Gewichtsabnahme durch das Medikament Semaglutid hingegen nicht, obwohl die Tiere gleich viel Gewicht verloren. Das legt nahe, dass die Art der Gewichtsabnahme für das Immunsystem möglicherweise eine Rolle spielt. Dazu gibt es bisher nur Mäusedaten, klinische Studien am Menschen müssen folgen.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analyse

Basierend auf mehreren Übersichtsarbeiten und Auswertungen zusammengefasster Studiendaten (PMID 30445141, 37047163, 39279764, 31722374), einem mechanistischen Review (PMID 27903155), einer immunologischen Mausstudie (PMID 38565540) und einer Studie (PMID 39287872). Die Evidenz ist am stärksten für Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust-, Leber- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Daten zu Magenbypass-Operationen stammen aus Studien, bei denen keine eindeutige Ursache-Wirkung-Aussage möglich ist.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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