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Erhöht Alkohol dein Krebsrisiko, auch bei einem Glas pro Tag?

Ja · Moderate Evidenz

Ja, schon ein Glas pro Tag erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten, insbesondere Brust- und Darmkrebs. Eine sichere Untergrenze existiert nicht; weniger zu trinken oder ganz aufzuhören, senkt dein Risiko unmittelbar.

Alkohol verursacht Krebs – das ist keine bloße Assoziation, sondern ein wissenschaftlich belegter ursächlicher Zusammenhang. Weltweit werden rund 4 % aller Krebserkrankungen direkt auf Alkohol zurückgeführt. Betroffen sind Mund, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre, Leber, Dickdarm und Brust.

Bei Frauen sticht Brustkrebs besonders hervor: Mehr als die Hälfte aller alkoholbedingten Tumoren bei Frauen entfällt auf diese Krebsart. Alkohol erhöht den Östrogenspiegel, was dieses Risiko zum Teil erklärt. Darm- und Brustkrebs sind so häufig, dass selbst ein kleiner Risikoanstieg durch täglichen Konsum gesellschaftlich erheblich ins Gewicht fällt.

Dein Körper wandelt Alkohol in Acetaldehyd um, ein giftiges Abbauprodukt, das DNA direkt schädigt, deren Reparatur blockiert und Chromosomenbrüche auslöst. Zusätzlich erzeugt Alkohol zellschädigenden oxidativen Stress und schwächt das Immunsystem. Menschen mit ostasiatischer Herkunft bauen Acetaldehyd genetisch bedingt langsamer ab, was ihr Krebsrisiko durch Alkohol noch weiter steigert.

Starker Alkoholkonsum ist mit dem höchsten Risiko verbunden, doch eine sichere Untergrenze gibt es nicht. Bei einem Glas pro Tag ist das Risiko geringer als bei hohem Konsum, aber null ist es nicht, besonders nicht für Brust- und Darmkrebs. Für Lungen-, Blasen-, Prostata-, Magen-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs sowie Melanome zeigen die verfügbaren Daten hingegen kein erhöhtes Risiko.

Die Belege
8 Studien

Basierend auf mehreren großen epidemiologischen Studien und mechanistischen Untersuchungen (PMID 34579050, 15082451, 9751943, 7772271, 17718399, 36310188, 36258033, 11391063). Der Kausalzusammenhang für die genannten Krebsarten ist wissenschaftlich etabliert.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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