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Hilft Glycin beim Schlafen?

Vorläufige Evidenz

Glycin zeigt bislang positive Signale, aber die Evidenz ist dünn, und die einzige direkte Humanstudie stammt vom Hersteller selbst. Wer es ausprobieren möchte, sollte es als Ergänzung zu einer guten Schlafhygiene betrachten, nicht als Ersatz dafür.

Was hilft wirklichWas kann ich tun, um besser zu schlafen?

Glycin (3 Gramm) vor dem Schlafengehen verbesserte die subjektive Schlafqualität bei Menschen mit Schlafproblemen in einer japanischen Studie. Allerdings wurde diese Studie von Ajinomoto durchgeführt, dem Hersteller des untersuchten Glycin-Präparats. Wie groß der Effekt genau war, geht aus der veröffentlichten Zusammenfassung nicht hervor, und unabhängige Wiederholungsstudien an größeren Gruppen fehlen bislang.

Ein biologisch nachvollziehbarer Wirkmechanismus existiert. Glycin aktiviert hemmende Nervenrezeptoren im Gehirn, die an der Schlaf-Wach-Steuerung beteiligt sind. Tierstudien zeigen zudem, dass oral aufgenommenes Glycin die Körperkerntemperatur senkt und die Hautdurchblutung steigert. Ein Absinken der Körperkerntemperatur gehört zum normalen Einschlafprozess. Dazu gibt es bisher nur Tierdaten.

Eine kleine Studie mit 16 Teilnehmern fand positive Effekte auf die Zeit bis zum Einschlafen, die Schlafdauer und die Schlafeffizienz. Untersucht wurde dabei jedoch ein Kombinations-Präparat aus Glycin, Tryptophan, Magnesium, Sauerkirsche und L-Theanin. Welcher Inhaltsstoff den Ausschlag gab, lässt sich aus diesen Daten nicht ableiten.

Übergreifende Auswertungen der Forschungslage nennen Glycin als mögliche Ergänzung bei Schlafproblemen, stufen die verfügbare Evidenz jedoch als begrenzt ein. Glycin soll eine gute Schlafhygiene ergänzen, nicht ersetzen.

Sicherheitsdaten finden sich in den ausgewerteten Quellen nicht. Als Aminosäure, die der Körper selbst herstellt und die in proteinreichen Lebensmitteln vorkommt, ist eine Dosis von 3 Gramm vermutlich risikoarm. Aussagen zur Langzeitanwendung oder zum Einsatz bei bestimmten Erkrankungen lassen sich daraus jedoch nicht ableiten.

Die Belege
7 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 16 Teilnehmer

Alle Aussagen stützen sich auf eine begrenzte Anzahl von Studien, wobei die direkteste Humanstudie vom Hersteller selbst finanziert wurde. Keine einzige Studie kann hier Ursache und Wirkung eindeutig belegen. Kombinationsstudien erlauben keine Schlussfolgerungen über Glycin als Einzelwirkstoff.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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Nein · Vorläufige Evidenz

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Vorläufige Evidenz

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Ja · Moderate Evidenz
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