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Hilft Ingwer gegen Entzündungen und Übelkeit?

Ja · Moderate Evidenz

Ingwer hilft wahrscheinlich gegen Übelkeit, vor allem bei Chemotherapie und möglicherweise auch nach Operationen oder in der Schwangerschaft. Bei Entzündungskrankheiten sind die Hinweise positiv, aber noch nicht stark genug, um ihn als eigenständige Behandlung einzusetzen.

Bei Übelkeit durch Chemotherapie ist die Evidenzlage am stärksten. Eine doppelblinde Studie mit 103 Krebspatient:innen zeigte in späteren Chemotherapiezyklen deutlich weniger Erbrechen: In der Ingwergruppe litten nur 4 % unter verzögertem Erbrechen im zweiten Zyklus, in der Kontrollgruppe waren es 27 %. Ein Überblick über 15 Untersuchungen stützt dieses Bild, weist aber auf eine niedrige methodische Qualität der meisten Einzelstudien hin. Ein separater Überblick über 23 Studien fand keinen signifikanten Effekt auf die Gesamtzahl der Übelkeitsepisoden, wohl aber weniger akutes Erbrechen bei einer Tagesdosis von maximal 1 Gramm über mindestens vier Tage.

Gegen Übelkeit nach Operationen und in der Schwangerschaft fällt die Datenlage ebenfalls positiv aus, ist aber weniger belastbar. Der Überblick über 15 Untersuchungen verzeichnete weniger Übelkeit nach Eingriffen und einen geringeren Bedarf an zusätzlichen Mitteln gegen Übelkeit. Mehrere Übersichtsarbeiten sprechen sich auch für einen lindernden Effekt bei Schwangerschaftsübelkeit aus. Bei längerer Einnahme in der Schwangerschaft lässt sich eine mögliche Unverträglichkeit nicht ausschließen; sprich deshalb mit deiner Hebamme oder deinem Arzt, bevor du Ingwer als Nahrungsergänzungsmittel einnimmst.

Bei Entzündungskrankheiten wie Arthritis, Psoriasis und Lupus ist das Bild vielversprechend, aber noch früh. Labor- und Tierversuche zeigen, dass Wirkstoffe im Ingwer entzündungsfördernde Signalwege hemmen. Für den Menschen gibt es bisher nur begrenzte Daten aus klinischen Studien. Ingwer kann in diesem Zusammenhang als Ergänzung zur Standardtherapie in Betracht gezogen werden, nicht als Ersatz dafür.

Kurzfristige Ingwereinnahme gilt in den untersuchten Studien als sicher. In der Studie mit Chemotherapiepatient:innen wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen gemeldet. Bei längerer Einnahme, und besonders in der Schwangerschaft, fehlen belastbare Daten zur Verträglichkeit.

Die Belege
8 Studien · 1 Meta-Analyse · 1 randomisierte Studie · ≈ 103 Teilnehmer

Evidenz basiert auf einer multizentrischen Studie, zwei Überblicksarbeiten, zwei weiteren Überblicksarbeiten sowie mehreren narrativen Reviews. Die methodische Qualität der Einzelstudien in den Untersuchungen war niedrig bis kritisch niedrig.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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