Ist zu viel Zink schädlich?
Zu viel Zink ist eindeutig schädlich: Bleib als Erwachsener unter 25 mg pro Tag (EFSA-Grenzwert) und sei vorsichtig mit hochdosierten Zinknahrungsergänzungsmitteln, denn schon bei mäßiger Übersupplementierung kann die Kupferbilanz aus dem Gleichgewicht geraten.
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Hohe Zinkdosen, weit oberhalb der empfohlenen Tagesmenge von etwa 15 mg, sind eindeutig schädlich. Bei dauerhafter Einnahme von 100 bis 300 mg pro Tag wird die Kupferaufnahme gestört. Das führt zu Blutarmut und einem Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Neutropenie), wodurch das Immunsystem geschwächt wird. Dieser Zusammenhang gilt als wahrscheinlich ursächlich.
Wer auf einmal eine extrem hohe Dosis schluckt, bekommt schnell akute Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Benommenheit. Oral aufgenommenes Zink ist übrigens deutlich weniger giftig als eingeatmetes. Wer mit Zinkdampf oder intensivem Hautkontakt zu tun hat, geht ebenfalls ein Risiko ein, auch wenn die Evidenz dafür begrenzter ist.
Selbst bei Dosen, die nicht dramatisch hoch sind, aber dennoch über der empfohlenen Menge liegen, gibt es Hinweise darauf, dass die Aufnahme von Kupfer und Eisen abnimmt und das "gute" HDL-Cholesterin sinkt. Diese Evidenz ist begrenzt und beruht auf Assoziationen, keine gesicherten Ursache-Wirkungs-Beziehungen.
Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA setzt den sicheren Höchstwert bei 25 mg pro Tag an, die amerikanische FDA bei 40 mg. Wer darunter bleibt, geht bei normaler Gesundheit vermutlich kein akutes Risiko ein. Dass die beiden Behörden um 15 mg voneinander abweichen, zeigt, dass die genaue Sicherheitsgrenze noch nicht abschließend geklärt ist.
Schließlich gibt es das größere Bild der Hirngesundheit. Bei Alzheimer und Parkinson sind die Zinkwerte im Blut erniedrigt, doch eine Zinkansammlung im Hirngewebe scheint umgekehrt schädlich zu sein. Ob zu viel oder zu wenig Zink diese Erkrankungen mitverursacht oder ob es sich umgekehrt um eine Folge handelt, wissen Forschende noch nicht. Dieser Zusammenhang ist rein assoziativ.
Basierend auf zwei Reviews zur Zinktoxizität (PMID 2407097, 38999082), einer mechanistischen Studie zum Zinktransport in Zellen (PMID 29243032), einem Review zu Zink und Hirnerkrankungen (PMID 34112355) sowie einer Studie zu Zink und Cadmiumtoxizität (PMID 38927054).