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Kann die Magnetresonanzspektroskopie (MRS) Alzheimer früh erkennen?

Moderate Evidenz

MRS kann Hirnveränderungen bei frühem Alzheimer aufspüren, ist aber noch nicht reif für den Einsatz als eigenständiges Diagnoseinstrument. Als Ergänzung zu PET-Scan und anderen Biomarkern ist die Methode vielversprechend, doch bevor Patientinnen und Patienten davon profitieren können, braucht es größere, standardisierte Studien.

NAA, ein Marker für die Gesundheit von Nervenzellen, ist im Hippocampus und im hinteren Scheitellappen des Gehirns (dem posterioren cingulären Kortex) bei Menschen mit frühen Gedächtnisproblemen und bei Alzheimer-Patienten durchgängig erniedrigt. Metaanalysen messen dort große Effektgrößen: Im Hippocampus erreicht der Unterschied zu gesunden Menschen ein Hedges' g von -1,33. Die Absenkung ist damit deutlich und reproduzierbar messbar, was NAA zum bislang konsistentesten MRS-Marker macht.

Myo-Inositol, ein Stoff, der bei Entzündungen des Gehirnstützgewebes ansteigt, ist bei Alzheimer und frühen Gedächtnisbeschwerden erhöht. Besonders relevant für die Früherkennung: Dieser Anstieg hängt direkt mit dem Vorhandensein von Amyloid-beta-Plaques zusammen, den charakteristischen Eiweißablagerungen bei Alzheimer. Myo-Inositol könnte so Veränderungen anzeigen, bevor Nervenzellen tatsächlich verloren gehen. Das Verhältnis NAA/Myo-Inositol kombiniert beide Signale und erreicht in einigen Studien eine hohe Treffsicherheit bei der Vorhersage, wer Alzheimer entwickeln wird. Eine kleine post-mortem-Studie bestätigte, dass dieses Verhältnis auch mit dem Verlust von Nervenzellverbindungen und der Ansammlung von Tau-Protein zusammenhängt.

Andere Hirnsubstanzen, die MRS erfassen kann, etwa Cholin, Glutamat und GABA, liefern ein uneinheitliches Bild. Die Ergebnisse widersprechen sich zu häufig, um verlässlich zu sein, auch weil Messverfahren zwischen Forschungszentren stark variieren. Eine Metaanalyse fand erniedrigte Glutathionspiegel, ein körpereigenes Antioxidans, bei Menschen mit frühen Gedächtnisbeschwerden. Dazu gibt es bisher jedoch zu wenige Studien für belastbare Schlussfolgerungen.

MRS allein ist nicht spezifisch genug für eine gesicherte Alzheimer-Diagnose. Fehlende einheitliche Messstandards und das Fehlen großer Langzeitstudien versperren den Weg in die klinische Praxis. Den größten Nutzen bietet die Methode als Ergänzung zu anderen Verfahren wie dem PET-Scan, der Amyloid-Ablagerungen im Gehirn sichtbar macht. Eine solche Kombination könnte helfen zu entscheiden, bei wem weiterführende Diagnostik sinnvoll ist. Im großen Maßstab validiert wurde das allerdings noch nicht.

Die Belege
8 Studien · 3 Meta-Analysen

Evidenz basiert auf drei Metaanalysen bzw. systematischen Reviews (PMID 26402632, 23969177, 34751136), mehreren Reviews (PMID 15853510, 16162090, 18445744) sowie zwei weiteren Studien (PMID 38427192, 25471565). Rein assoziativ; keine randomisierten kontrollierten Studien. Keine Aussagen zur klinischen Wirksamkeit als validiertes Diagnoseinstrument.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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