Kann man zu viel Magnesium nehmen?
Ja, zu viel Magnesium kann schädlich sein, vor allem bei intravenöser Gabe oder wiederholter Anwendung von Abführmitteln. Bei üblichen oralen Nahrungsergänzungsmitteln in normalen Dosierungen scheint das Risiko gering, aber Menschen mit Nierenproblemen sollten das mit ihrem Arzt besprechen.
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Magnesium aus der Nahrung bereitet kaum Probleme, weil gesunde Nieren den Überschuss schnell ausscheiden. Bei Nahrungsergänzungsmitteln oder Arzneimitteln mit Magnesium sieht das anders aus: Die aufgenommene Menge kann ein Niveau erreichen, das dein Körper nicht mehr reibungslos verarbeitet.
Magnesiumcitrat als Abführmittel ist ein gutes Beispiel. Bei 102 Patienten, die es wiederholt einnahmen, stieg der Magnesiumspiegel im Blut messbar an: Bei fast der Hälfte kletterte er über den Normalbereich, bei 12 der 102 Patienten sogar auf deutlich erhöhte Werte. Gefährlich hohe Spiegel traten zum Glück nicht auf, aber das zeigt, dass du die Blutwerte nicht einfach ignorieren kannst, wenn du solche Mittel regelmäßig verwendest.
Intravenöses Magnesium, das Ärzte etwa bei einer schweren Schwangerschaftskomplikation einsetzen, erfordert eine präzise Dosierung. Eine bekannte Sicherheitsprüfung dabei ist der Kniescheibenreflex: Er verschwindet als Erstes, sobald der Magnesiumspiegel zu hoch wird, noch bevor wirklich gefährliche Effekte auftreten. Ärzte nutzen das als frühes Warnsignal.
Was bei einer zu hohen Dosis schiefgehen kann, zeigt ein dokumentierter Medikationsfehler: Ein 65-jähriger Mann erhielt versehentlich zu viel Magnesium intravenös und entwickelte akute neurologische Beschwerden. Blutuntersuchungen bestätigten einen stark erhöhten Magnesiumspiegel. Außerhalb eines Krankenhausumfelds ist das eine seltene Situation, aber sie macht deutlich, dass Magnesium bei hohen Dosen keineswegs harmlos ist.
Für den alltäglichen Einsatz oraler Nahrungsergänzungsmittel in üblichen Dosierungen sind in diesen Studien keine schwerwiegenden Probleme aufgetreten. Trotzdem ist es ratsam, magnesiumhaltige Abführmittel nicht dauerhaft und ohne Rücksprache zu verwenden, besonders wenn du Nierenprobleme hast, denn die Nieren sind dafür zuständig, den Überschuss auszuscheiden.
Drei Studien, alle auf medizinische Anwendungen ausgerichtet (Abführmittel, Eklampsiebehandlung, Medikationsfehler); keine randomisierten kontrollierten Studien zur oralen Supplementierung bei gesunden Menschen. Die Evidenz ist begrenzt, aber kausal für die festgestellten Effekte.