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Kann Stammzelltherapie rheumatoide Arthritis bremsen oder heilen?

Vorläufige Evidenz

Stammzelltherapie kann die Beschwerden bei rheumatoider Arthritis möglicherweise lindern, heilen kann sie die Erkrankung nicht. Für belastbare Schlussfolgerungen reicht die Forschung noch nicht aus. Wenn dich das Thema interessiert, sprich es mit deiner Rheumatologin oder deinem Rheumatologen an.

Gängige Medikamente gegen rheumatoide Arthritis, etwa Entzündungshemmer und antirheumatische Wirkstoffe, lindern Beschwerden, ohne die eigentliche Ursache zu beheben. Sie schützen die Gelenke nur unzureichend vor Schäden, wirken bei einem Teil der Betroffenen gar nicht und verursachen bei Langzeitanwendung ernsthafte Nebenwirkungen. Genau diese Lücke ist der Grund, warum Stammzelltherapie erforscht wird.

Mesenchymale Stammzellen, ein Zelltyp aus Knochenmark, Fettgewebe oder Nabelschnurblut, scheinen Entzündungsprozesse dämpfen zu können. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis, die auf Standardmedikamente nicht ausreichend ansprachen, zeigten 14 kleine Publikationen mit insgesamt 447 Patienten Verbesserungen bei Schmerz und körperlicher Funktion, bei gleichzeitig geringen Nebenwirkungen. Das ist ein Hinweis, kein Beweis: Die Studien waren klein und hatten keine Vergleichsgruppe.

Stärker ist die Evidenzlage für Arthrose, also Gelenkverschleiß, der klar von rheumatoider Arthritis zu trennen ist. Eine Auswertung von 42 randomisierten Studien mit mehr als 2.000 Teilnehmern belegt eine deutliche und statistisch nachweisbare Schmerzreduktion, unabhängig davon, aus welcher Quelle die Stammzellen stammten. Für Arthrose, Lupus, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und multiple Sklerose stieg die Nebenwirkungsrate gegenüber Kontrollgruppen nicht an, was auf ein vorläufig günstiges Sicherheitsprofil hindeutet, auch wenn Langzeitdaten fehlen.

Stammzelltherapie heilt rheumatoide Arthritis nicht. Eine vollständige Remission gelingt selbst mit modernen Biologika nur bei einem kleinen Teil der Patienten. Die Behandlung mit mesenchymalen Stammzellen zielt darauf ab, Entzündung zu bremsen und Schäden zu verlangsamen. Zudem wirkt sie nicht bei allen Autoimmunerkrankungen gleichermaßen: Bei multipler Sklerose und systemischer Sklerose ist kein vergleichbarer Effekt erkennbar.

Nabelschnurstammzellen werden als praktische Quelle untersucht, weil sie leicht zu gewinnen sind und keine ethischen Bedenken aufwerfen. Im Labor und im Tiermodell sehen die Ergebnisse vielversprechend aus, doch bei RA-Patienten gibt es bislang kaum klinische Studien. Den Weg in die Praxis hat diese Therapieform noch nicht gefunden.

Die Belege
4 Studien · 1 Meta-Analyse · ≈ 2.183 Teilnehmer

Diese Antwort stützt sich auf sieben Übersichtsarbeiten und eine systematische Auswertung von 42 randomisierten Studien mit mehr als 2.000 Teilnehmern. Der Großteil der Evidenz speziell zu rheumatoider Arthritis stammt aus kleinen Studien ohne Vergleichsgruppe; die stärkere Evidenz gilt für Arthrose. Die Autoren betonen selbst, dass die Evidenzlage für RA schwächer ist als für Arthrose oder Lupus und dass Langzeitdaten fehlen.

Zuletzt geprüft: November 2026 · wie das beurteilt wurde
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