Schützt Aspirin oder Ibuprofen vor Darmkrebs?
Aspirin schützt nachweislich vor Darmkrebs bei Menschen mit erblich erhöhtem Risiko (Lynch-Syndrom) und bei unter 60-Jährigen mit ungesundem Lebensstil. Bei älteren Menschen oder solchen mit einem ohnehin niedrigen Grundrisiko überwiegen die Blutungsrisiken. Sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, wenn du wissen möchtest, ob das für dich sinnvoll ist.
Aspirin senkt das Darmkrebsrisiko nachweislich, doch ob der Nutzen überwiegt, hängt stark von deinem Alter und deiner gesundheitlichen Situation ab. Am größten ist der Effekt bei Menschen mit Lynch-Syndrom, einer erblichen Erkrankung, die das Darmkrebsrisiko erheblich erhöht. In einer großen randomisierten Studie (CAPP2, 861 Teilnehmer, mittlere Nachbeobachtungszeit 10 Jahre) erkrankten 9 % der Aspiringruppe an Darmkrebs, gegenüber 13 % in der Placebogruppe. Das entspricht einer Risikoreduktion von 35 %. Wer mindestens zwei Jahre dabei blieb, hatte sogar 44 % weniger Darmkrebsfälle.
In der Allgemeinbevölkerung fällt der absolute Nutzen geringer aus. Große Kohortenstudien mit über 107.000 Teilnehmern zeigen, dass regelmäßige Aspirineinnahme das Zehnjahresrisiko von 2,95 % auf 1,98 % senkt, ein Unterschied von knapp einem Prozentpunkt. Menschen mit einem ungesunden Lebensstil, etwa Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel, profitieren am stärksten: Bei ihnen müssen 78 Personen zehn Jahre lang Aspirin einnehmen, um einen Darmkrebsfall zu verhindern. Bei Menschen mit gesundem Lebensstil steigt diese Zahl auf fast 900.
Bei Menschen über 60 sieht die Lage anders aus. Die US-amerikanische Präventionsbehörde USPSTF kam 2022 zu dem Schluss, dass Aspirin für diese Altersgruppe keinen Nettonutzen als Vorbeugung bietet, auch nicht bei genetisch erhöhtem Risiko. Das Blutungsrisiko, besonders im Magen-Darm-Trakt, überwiegt im höheren Alter. Aspirin zur Darmkrebsvorbeugung wird für ältere Menschen daher nicht empfohlen.
Für Ibuprofen und verwandte Entzündungshemmer (NSAIDs) zeigen die vorliegenden Studien, dass sie sowohl Darmkrebs als auch Polypen, seine frühen Vorläufer, seltener auftreten lassen. Ihr Nebenwirkungsprofil, Magen-Darm-Beschwerden und ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, macht sie jedoch für den breiten Einsatz als Vorbeugungsmittel ungeeignet. Konkrete Zahlen speziell für Ibuprofen liefern die vorliegenden Studien nicht.
Diese Antwort stützt sich auf eine Übersichtsarbeit zu 91 epidemiologischen Studien, mehrere große Fall-Kontroll-Studien sowie eine große Screeningstudie. Alle diese Arbeiten sind als vergleichende Beobachtungsstudien angelegt: Menschen, die bereits Aspirin oder Ibuprofen einnahmen, wurden mit Menschen verglichen, die das nicht taten. Ein Kausalzusammenhang lässt sich damit nicht abschließend belegen, doch das Muster ist konsistent und die Forschenden halten eine ursächliche Beziehung für plausibel. Zu Geschlechterunterschieden und genetischen Einflüssen liegt jeweils nur eine Studie vor, sodass die Schlussfolgerungen dort schwächer sind.
Schützt ballaststoffreiche Ernährung vor Darmkrebs?
Mehr Ballaststoffe zu essen, vor allem aus Vollkorngetreide, hängt konsistent mit einem geringeren Darmkrebsrisiko zusammen. Ein ursächlicher Effekt ist nicht bewiesen, doch der Zusammenhang ist stark, konsistent und biologisch gut erklärbar.
Senkt Darmkrebsvorsorge wirklich die Sterblichkeit?
Für Menschen zwischen 45 und 75 Jahren mit durchschnittlichem Risiko ist Darmkrebsvorsorge sinnvoll und breit empfohlen. Sie senkt das Erkrankungsrisiko nachweislich, wenngleich der Beleg für eine Sterblichkeitsreduktion kurzfristig weniger eindeutig ist als bisher angenommen.
Bekomme ich durch verarbeitetes Fleisch wie Wurst und Schinken Darmkrebs?
Viel verarbeitetes Fleisch zu essen erhöht dein Darmkrebsrisiko messbar um etwa 18 bis 21 %. Weniger Wurst und Schinken, kombiniert mit mehr Ballaststoffen, ist der am besten belegte Schritt, den du selbst gehen kannst.
Schützen Lycopin und Tomaten vor Prostatakrebs?
Ein Zusammenhang zwischen Tomaten, Lycopin und einem niedrigeren Prostatakrebs-Risiko ist möglich, aber nicht fest genug belegt, um konkrete Supplement-Empfehlungen daraus abzuleiten. Tomaten als Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sind eine sinnvolle Wahl; reines Lycopin zu supplementieren hat derzeit keinen nachgewiesenen Zusatznutzen.
Kann Fasten oder intermittierendes Fasten Krebs vorbeugen?
Es gibt keinen Beleg dafür, dass Fasten beim Menschen Krebs verhindert; die Tierdaten sind vielversprechend, aber widersprüchlich. Wer Übergewicht als Risikofaktor angehen möchte, kann intermittierendes Fasten als Hilfsmittel nutzen, sollte aber keinen direkten krebsvorbeugenden Effekt erwarten.
Erhöht die Antibabypille mein Krebsrisiko?
Die Pille senkt das Risiko für Eierstock- und Gebärmutterkrebs nachweislich, erhöht jedoch bei langjähriger Einnahme oder Einnahme vor einer ersten Schwangerschaft das Brustkrebsrisiko leicht. Sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt, wenn du dir unsicher bist.