Senkt Bewegung mein Krebsrisiko?
Regelmäßige Bewegung ist in großen Bevölkerungsstudien mit einem deutlich niedrigeren Risiko für mehrere Krebsarten verbunden. Achte zusätzlich darauf, die Sitzzeit über den Tag zu reduzieren, und schütze dich bei viel Sport im Freien konsequent vor der Sonne.
Bewegung senkt das Risiko für mehrere häufige Krebsarten nachweislich. In einer Analyse mit Millionen Erwachsenen hatten die körperlich aktivsten Menschen ein 10 bis 42 Prozent niedrigeres Risiko für dreizehn Krebsarten im Vergleich zu den am wenigsten Aktiven. Brust- und Darmkrebs lagen am unteren Ende dieser Spanne, Speiseröhrenkrebs am oberen. Eine Auswertung von 98 Studien mit insgesamt sechzehn Millionen Menschen bestätigte das für Brust-, Leber-, Dickdarm-, Magen- und Lungenkrebs: Je mehr Bewegung, desto geringer das Risiko.
Intensives Training ist dafür nicht nötig. In einer Studie mit knapp 85.000 Menschen, die einen Handgelenk-Beschleunigungssensor trugen, flachte der Schutzeffekt des Gehens bei etwa 9.000 Schritten pro Tag ab. Selbst eine Stunde weniger Sitzen täglich, ersetzt durch normales Herumgehen, war mit einem niedrigeren Krebsrisiko verbunden.
Viel Bewegung war in derselben großen Studie allerdings auch mit einem 27 Prozent höheren Risiko für Hautmelanom verbunden. Das liegt vermutlich daran, dass aktive Menschen mehr Zeit im Freien verbringen und dabei mehr Sonne abbekommen. Wer viel Sport draußen treibt, sollte deshalb konsequent auf Sonnenschutz achten.
Viel Sport, aber den Rest des Tages sitzen, reicht nicht aus. Langes Sitzen erhöht das Risiko für Dickdarm-, Gebärmutter- und Lungenkrebs unabhängig davon, wie aktiv du sonst bist. Kommt noch ein großer Bauchumfang hinzu, ist das Krebsrisiko am höchsten, und viel Bewegung gleicht das nicht vollständig aus.
Bei Prostatakrebs ist das Bild unklar. Eine große Analyse fand sogar ein leicht erhöhtes Risiko bei viel Bewegung, eine andere einen schwachen Schutzeffekt. Für Menschen, die bereits an Krebs erkrankt sind, gibt es hingegen ermutigende Befunde: Bewegung nach einer Brust- oder Darmkrebsdiagnose scheint einen größeren Überlebensvorteil zu bringen als Bewegung davor. Aktiv zu bleiben lohnt sich also auch nach einer Diagnose.
Alle Aussagen basieren auf Untersuchungen, bei denen Kausalität nicht belegt ist. Die Datenlage ist für die meisten Krebsarten groß und konsistent, die Zusammenhänge könnten aber teilweise durch Störvariablen erklärt werden.
Erhöht langes Sitzen mein Krebsrisiko, selbst wenn ich Sport treibe?
Langes Sitzen erhöht das Risiko für bestimmte Krebsarten – auch bei regelmäßigem Sport. Neben ausreichend Bewegung solltest du daher gezielt darauf achten, deine Sitzzeit zu reduzieren, denn beides ersetzt sich nur zum Teil.
Was kann ich selbst tun, um mein Krebsrisiko zu senken?
Wer nicht raucht, Alkohol einschränkt, ein gesundes Gewicht hält und sich regelmäßig bewegt, senkt sein Risiko für mehrere häufige Krebsarten nachweislich, auch wenn Krebs in der Familie vorkommt.
Welche Lebensstilfaktoren senken dein Krebsrisiko am stärksten?
Nicht rauchen, ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und wenig oder kein Alkohol haben die stärkste und am besten belegte Schutzwirkung. Wer all diese Faktoren kombiniert, senkt sein Krebsrisiko am meisten – auch dann, wenn eine genetische Veranlagung vorliegt.
Senkt weniger Alkohol trinken dein Krebsrisiko spürbar?
Weniger Alkohol zu trinken senkt dein Risiko für mehrere Krebsarten spürbar, auch wenn es Jahre dauert, bis der Effekt vollständig sichtbar wird. Wer früher aufhört, gewinnt mehr für seine Gesundheit.
Senkt weniger rotes Fleisch essen dein Krebsrisiko?
Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch zu essen senkt wahrscheinlich dein Darmkrebsrisiko und möglicherweise auch das Risiko für einige andere Krebsarten. Es geht um Risikominderung, nicht um vollständigen Schutz.
Erhöht Übergewicht mein Krebsrisiko – und wenn ja, bei welchen Krebsarten?
Übergewicht erhöht das Risiko für mindestens 13 Krebsarten, darunter Gebärmutter-, Dickdarm-, Brust- und Leberkrebs. Wer abnimmt, senkt dieses Risiko – wobei noch unklar ist, ob alle Methoden der Gewichtsabnahme gleich wirksam für die körpereigene Krebsabwehr sind.