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Senkt weniger rotes Fleisch essen dein Krebsrisiko?

Ja · Moderate Evidenz

Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch zu essen senkt wahrscheinlich dein Darmkrebsrisiko und möglicherweise auch das Risiko für einige andere Krebsarten. Es geht um Risikominderung, nicht um vollständigen Schutz.

Darmkrebs ist die Krebsart, für die der Zusammenhang mit rotem Fleisch am deutlichsten belegt ist. Wer viel rotes Fleisch isst, hat ein 15 bis 22 % höheres Darmkrebsrisiko als jemand, der wenig davon isst. Bei verarbeitetem Fleisch wie Wurst, Schinken und Speck liegt dieser Wert sogar bei 13 bis 21 %. Die Weltgesundheitsorganisation hat verarbeitetes Fleisch offiziell als krebserregend eingestuft, vor allem auf Grundlage dieses Zusammenhangs.

Es gibt zudem Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Lungen-, Gebärmutter- und Leberkrebs bei hohem Fleischkonsum, mit geschätzten Risikoerhöhungen von 22 bis 26 %. Diese Befunde sind weniger gut belegt als bei Darmkrebs. Beim Lungenkrebs lässt sich der Einfluss des Rauchens nur schwer vollständig herausrechnen.

Beim Brustkrebs ist das Bild gemischt. Einige Studien beobachten ein erhöhtes Risiko bei rotem Fleisch, eine große Studie fand keinen Zusammenhang. Verarbeitetes Fleisch scheint das Brustkrebsrisiko nach den Wechseljahren leicht zu erhöhen (6 bis 21 %), doch auch hier widersprechen sich die Studien.

Eine Auswertung von 72 Metaanalysen, also Studien, die viele Einzelstudien zusammenfassen, kommt zu dem Schluss, dass hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch auch mit einer höheren Krebssterblichkeit insgesamt zusammenhängt. Alle genannten Zusammenhänge sind statistischer Natur: Wer viel Fleisch isst, lebt häufig auch anderweitig ungesünder, raucht mehr, isst weniger Gemüse und bewegt sich weniger. Das macht es schwierig, den Effekt des Fleisches allein herauszurechnen.

Internationale Präventionsleitlinien empfehlen, weniger rotes und verarbeitetes Fleisch zu essen. Epidemiologische Forschung schätzt, dass sich etwa die Hälfte des Darmkrebsrisikos durch Lebensstil und Ernährung beeinflussen lässt. Weniger Fleisch zu essen senkt also dein Risiko, bietet aber keine Garantie.

Die Belege
8 Studien · 1 Meta-Analysen

Basierend auf drei großen Metaanalysen zu Darmkrebs, einer Übersichtsarbeit über 72 Metaanalysen zur Krebssterblichkeit insgesamt sowie mehreren Metaanalysen und Kohortenstudien zu Brust-, Lungen-, Gebärmutter- und Leberkrebs. Alle Zusammenhänge sind statistischer Natur; randomisierte Interventionsstudien fehlen.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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