Senkt weniger rotes Fleisch essen dein Krebsrisiko?
Weniger rotes und verarbeitetes Fleisch zu essen senkt wahrscheinlich dein Darmkrebsrisiko. Für verarbeitetes Fleisch ist der Zusammenhang am stärksten und am besten belegt, daher lohnt es sich, genau dort anzusetzen.
Rotes Fleisch erhöht das Risiko für Darmkrebs um ungefähr 14 bis 17 Prozent pro 100 Gramm, die du täglich zusätzlich isst. Dieser Zusammenhang zeigt sich in Dutzenden großer Langzeitstudien und ist wahrscheinlich ursächlich, auch wenn Beobachtungsstudien das nie abschließend beweisen können. Das Risiko steigt linear bis etwa 140 Gramm pro Tag und flacht danach ab.
Verarbeitetes Fleisch wie Wurst, Speck und Aufschnitt ist bei Darmkrebs noch enger mit dem Risiko verknüpft als unverarbeitetes rotes Fleisch. Pro 50 Gramm täglich mehr verarbeitetes Fleisch steigt das Risiko um 18 Prozent. Die Krebsforschungsabteilung der Weltgesundheitsorganisation stuft verarbeitetes Fleisch daher als erwiesenes Karzinogen für den Menschen ein.
Bei anderen Krebsarten ist die Evidenzlage weniger eindeutig. Frauen nach den Wechseljahren, die viel verarbeitetes Fleisch aßen, erkrankten häufiger an Brustkrebs als Frauen mit geringem Konsum. Bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern, die viel rotes Fleisch aßen, wurde auch öfter Lungenkrebs festgestellt. Eine Umbrella-Analyse, also eine Zusammenfassung von mehr als 70 Metaanalysen, fand erhöhte Risiken für mehrere Krebsarten, darunter Blasen-, Gebärmutter- und Magenkrebs. Diese Zusammenhänge sind weniger gut belegt als jener für Darmkrebs.
Auch die Zubereitungsart spielt möglicherweise eine Rolle. Beim Erhitzen auf hohen Temperaturen, etwa beim Grillen oder Rösten, entstehen Verbindungen, die Krebs begünstigen können. Der Nettoeffekt eines hohen Fleischkonsums erscheint damit negativ, auch wenn Fleisch an sich durchaus nützliche Inhaltsstoffe wie Omega-3-Fettsäuren und Selen liefert.
Die Evidenz für Darmkrebs stützt sich auf Dutzende große Langzeitstudien und ist in mehreren Umbrella-Analysen zusammengefasst; die Forschenden beurteilen diesen Zusammenhang als wahrscheinlich ursächlich. Für andere Krebsarten wie Brust- und Lungenkrebs stammen die Befunde aus Beobachtungsstudien, bei denen Ursache und Wirkung nicht bewiesen sind. Die Umbrella-Analyse deckte mehr als 70 Metaanalysen ab; die Forschenden betonen, dass die Stärke der Evidenz je nach Krebsart erheblich variiert.
Senkt weniger Alkohol trinken dein Krebsrisiko spürbar?
Weniger Alkohol zu trinken senkt dein Risiko für mehrere Krebsarten spürbar, auch wenn es Jahre dauert, bis der Effekt vollständig sichtbar wird. Wer früher aufhört, gewinnt mehr für seine Gesundheit.
Erhöhen rotes und verarbeitetes Fleisch wirklich dein Darmkrebsrisiko?
Mehrere große Studien zeigen konsistent, dass hoher Konsum von rotem und besonders verarbeitetem Fleisch das Darmkrebsrisiko erhöht. Die Evidenz ist stark genug, um die eigene Zufuhr von verarbeitetem Fleisch wie Wurst, Speck und Aufschnitt bewusst zu reduzieren.
Senkt Bewegung mein Krebsrisiko?
Regelmäßige Bewegung ist in großen Bevölkerungsstudien mit einem deutlich niedrigeren Risiko für mehrere Krebsarten verbunden. Achte zusätzlich darauf, die Sitzzeit über den Tag zu reduzieren, und schütze dich bei viel Sport im Freien konsequent vor der Sonne.
Was kann ich selbst tun, um mein Krebsrisiko zu senken?
Wer nicht raucht, Alkohol einschränkt, ein gesundes Gewicht hält und sich regelmäßig bewegt, senkt sein Risiko für mehrere häufige Krebsarten nachweislich, auch wenn Krebs in der Familie vorkommt.
Sind rotes und verarbeitetes Fleisch wirklich schlecht für mich?
Ja, und das gilt vor allem für verarbeitetes Fleisch: Der Zusammenhang mit Darmkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist gut genug belegt, um weniger davon zu essen als konkreten Schritt für deine Gesundheit.
Welche Lebensstilfaktoren senken dein Krebsrisiko am stärksten?
Nicht rauchen, ein gesundes Körpergewicht, regelmäßige Bewegung und wenig oder kein Alkohol haben die stärkste und am besten belegte Schutzwirkung. Wer all diese Faktoren kombiniert, senkt sein Krebsrisiko am meisten – auch dann, wenn eine genetische Veranlagung vorliegt.