Verändern sich mein Gewicht und mein Stoffwechsel in den Wechseljahren?
In den Wechseljahren verändert sich deine Körperzusammensetzung deutlich: mehr Bauchfett, weniger Muskeln und ein niedrigerer Ruheumsatz. Bewegung und Ernährung helfen nachweislich, und eine Hormontherapie ist als ergänzende Option einen Arztbesuch wert.
In den Wechseljahren verdoppelt sich die Geschwindigkeit, mit der dein Körper Fett einlagert. Das hält bis etwa zwei Jahre nach deiner letzten Periode an. Gleichzeitig baust du Muskelmasse ab. Fett und Muskel verschieben sich gewissermaßen gegenseitig, doch dein Gesamtgewicht schnellt nicht plötzlich in die Höhe: Die allgemeine Gewichtszunahme, die viele Frauen im mittleren Alter bemerken, ist zu einem großen Teil auf normales Altern und den Lebensstil zurückzuführen, nicht allein auf die Wechseljahre.
Die einschneidendste Veränderung betrifft die Fettverteilung. Durch den sinkenden Östrogenspiegel wandert Fett von Hüften und Po in Richtung Bauch. Dieses Bauchfett ist nicht nur eine ästhetische Frage: Es erhöht nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes.
Auch dein Stoffwechsel verändert sich von innen heraus. Dein Körper verbraucht in Ruhe weniger Energie. Gene, die die Fettverbrennung steuern, werden weniger aktiv, während Gene, die die Fettspeicherung fördern, stärker zum Einsatz kommen. Praktisch bedeutet das: Dieselbe Ernährungsweise wie früher führt schneller zu Gewichtszunahme. Dazu fällt der natürlich hemmende Effekt von Östrogen auf den Appetit weg, sodass du unbewusst mehr essen kannst.
Eine Hormontherapie mit Östrogen kann der Verlagerung zu Bauchfett teilweise entgegenwirken und die Insulinsensitivität verbessern. Ein Beginn vor dem 60. Lebensjahr scheint für dein Risikoprofil am günstigsten zu sein. Ob eine Hormontherapie für dich infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Situation und Krankengeschichte ab, sprich das unbedingt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt durch. Der Lebensstil bleibt in jedem Fall ein wirksames Mittel: Wer frühzeitig auf Ernährung und ausreichend Bewegung achtet, kann die negativen Auswirkungen der Wechseljahre auf die Körperzusammensetzung erheblich bremsen.
Basierend auf mehreren Humanstudien und einigen größeren Längsschnittstudien. Die Evidenz für Fettzunahme, Muskelverlust und zentrale Fettverteilung ist robust. Die Erkenntnisse zur Hormontherapie und zum Stoffwechsel stammen aus einer kleineren, heterogenen Studienlage und sind als mäßig stark einzustufen.