Verändert sich dein Körpergeruch mit zunehmendem Alter?
Ja, dein Körpergeruch verändert sich spürbar mit dem Alter: Ab 40 produziert deine Haut einen Stoff, der dem Geruch eine fettig-grasige Note verleiht, und gleichzeitig lässt dein eigenes Riechvermögen nach.
Ab etwa 40 enthält dein Körpergeruch einen Stoff, der bei jüngeren Menschen völlig fehlt: 2-Nonenal. Dieses Abbauprodukt entsteht, wenn bestimmte Fettsäuren in der äußeren Hautschicht langsam oxidieren. Es riecht fettig und grasig, was die meisten Menschen als unangenehm empfinden. Bei Probanden zwischen 26 und 39 Jahren war 2-Nonenal überhaupt nicht nachweisbar; ab 40 Jahren schon, und die Konzentration steigt mit dem Alter weiter an.
Der zugrunde liegende Mechanismus ist recht gut verstanden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Menge bestimmter ungesättigter Fettsäuren auf der Hautoberfläche zu, ebenso wie die dabei entstehenden Oxidationsprodukte. Diese Kombination führt zur Bildung von 2-Nonenal. Das wurde nicht nur im Labor nachgewiesen, sondern es gibt auch beim Menschen direkte Zusammenhänge zwischen den Konzentrationen dieser Fettsäuren, ihrer Oxidationsprodukte und 2-Nonenal.
Eine Studie zur Entwicklung neuer Messtechniken nennt vier weitere flüchtige Verbindungen als mögliche Altersindikatoren im Körpergeruch. Dieser Befund steckt jedoch noch in den Kinderschuhen: Er war nicht das Hauptziel der Untersuchung, und belastbare Schlussfolgerungen lassen sich daraus vorerst kaum ziehen.
Dazu kommt noch etwas: Mit dem Alter nimmst du Gerüche selbst immer schlechter wahr. Sowohl die Riechempfindlichkeit als auch die Fähigkeit, Gerüche zu erkennen, nehmen ab, wie Messungen über einen Zeitraum von fünf Jahren belegen. Ältere Menschen bemerken das übrigens selbst. Das bedeutet: Eine Geruchsveränderung, die anderen auffällt, wirst du bei dir selbst möglicherweise erst viel später wahrnehmen.
Zwei Studien (PMID 11286617, 37447706) belegen 2-Nonenal bei Menschen ab 40 mit mäßiger Evidenz und einem plausiblen biologischen Mechanismus. Eine Studie (PMID 35956746) zu Messtechniken nennt vier weitere Stoffe, die Evidenz dafür ist jedoch begrenzt. Die altersbedingte Abnahme des Riechvermögens ist durch eine Bevölkerungsstudie mit fünf Jahren Follow-up (PMID 41065093) stark belegt.