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Verursacht Laufen Arthrose?

Nein · Moderate Evidenz

Freizeitlaufen verursacht wahrscheinlich keine Arthrose – im Gegenteil geht es mit einem geringeren Arthroserisiko einher als ein bewegungsarmer Lebensstil. Das eigentliche Risiko liegt in früheren Gelenkschäden, einem hohen BMI und Leistungssportbelastungen.

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Die Vorstellung, dass Laufen Arthrose verursacht, lässt sich mit den verfügbaren Studien nicht belegen. Der Großteil der klinischen Forschung findet keinen Zusammenhang zwischen Laufen und Knorpelabbau in Hüfte oder Knie. Überlastungsschäden an Muskeln und Sehnen können zwar vorkommen, ein durch Laufen verursachter Knorpelschaden ist jedoch nicht nachgewiesen1.

Freizeitsportler, die regelmäßig laufen, erkranken sogar seltener an Arthrose als Menschen, die keinen Sport treiben. In einer Vergleichsstudie wiesen 3,5 % der Freizeitläufer eine Hüft- oder Kniearthrose auf, gegenüber 10,2 % bei Nichtsportlern. Wer seit weniger als 15 Jahren läuft, hat sogar ein signifikant geringeres Arthroserisiko als Nichtläufer2.

Im Leistungssport sieht das anders aus. Bei Eliteläufern lag die Häufigkeit von Hüft- und Kniearthrose bei 13,3 % – fast viermal so hoch wie bei Freizeitläufern. Die extreme Trainingsbelastung ist also tatsächlich ein Risikofaktor. Das gilt jedoch für den Hochleistungsbereich, nicht für den normalen Laufsport2.

Wochenkilometer, absolvierte Marathons, Erfahrungsjahre und Lauftempo spielen für sich genommen kaum eine Rolle. Unter 3804 Marathonläufern erwies sich keines dieser Trainingsmerkmale als relevanter Vorhersagewert für Arthrose. Klare Risikofaktoren sind dagegen höheres Alter, höherer BMI, genetische Veranlagung und vor allem eine frühere Knie- oder Hüftverletzung beziehungsweise eine entsprechende Operation3. Ist ein Gelenk bereits vorgeschädigt, kann Laufen das Risiko tatsächlich erhöhen.

Moderates Laufen schadet den Gelenken wahrscheinlich nicht4,5. Wer keine Vorgeschichte von Gelenkproblemen hat, normalgewichtig ist und aus Freude am Sport läuft, muss Arthrose nicht befürchten. Wer frühere Knie- oder Hüftbeschwerden kennt, sollte das mit einem Arzt oder Physiotherapeuten besprechen, bevor die Trainingsbelastung deutlich steigt.

Die Belege
5 Studien · 1 Meta-Analysen · ≈ 3.804 Teilnehmer

Alle Aussagen beruhen auf Assoziationsforschung: Querschnittstudien, Befragungen und Literaturübersichten. Randomisierte kontrollierte Studien fehlen, weshalb Ursache und Wirkung nicht gesichert sind. Hinzu kommt ein möglicher Auswahleffekt: Menschen mit Gelenkproblemen hören häufig früher mit dem Laufen auf, was die Zahlen bei aktiven Läufern günstiger erscheinen lassen könnte, als sie tatsächlich sind.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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