Was ist NAD+ und warum sinkt es mit zunehmendem Alter?
NAD+ ist ein unverzichtbarer Energieträger und Hüter deiner DNA, und dein Körper produziert davon mit zunehmendem Alter immer weniger. Die Mechanismen hinter diesem Rückgang sind recht gut verstanden, doch was sich praktisch daraus ableiten lässt, ist noch Gegenstand aktiver Forschung.
NAD+ ist ein Coenzym, das in nahezu jeder Zelle deines Körpers aktiv ist. Es sorgt dafür, dass Nährstoffe in nutzbare Energie umgewandelt werden. Außerdem unterstützt es eine Reihe von Proteinen, die DNA-Schäden reparieren, die Genaktivität regulieren, gealterte Zellen beseitigen und das Immunsystem steuern. Fehlt ausreichend NAD+, brechen all diese Prozesse gleichzeitig ein.
Der NAD+-Spiegel sinkt stetig mit dem Alter. Das wurde in Geweben von Mäusen und Menschen gemessen, und das Muster ist konsistent. Ein wesentlicher Grund liegt in einer Kettenreaktion schwacher Dauerentzündung. Gealterte Zellen häufen sich im Fettgewebe und in der Leber an und setzen Entzündungsbotenstoffe frei. Diese Botenstoffe locken bestimmte Immunzellen an, sogenannte proinflammatorische Makrophagen, die ein Enzym in großer Menge enthalten, das NAD+ aktiv abbaut. Je mehr solcher Zellen sich im Gewebe befinden, desto schneller wird NAD+ verbraucht.
Ein zweiter Mechanismus: NAD+-abhängige Proteine arbeiten schlechter, wenn der NAD+-Vorrat schrumpft. Darunter leidet auch ein Protein, das normalerweise die zelluläre Alterung bremst. Das beschleunigt wiederum die Anhäufung gealterter Zellen, was die Entzündung weiter anheizt. Eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale.
In Tierstudien werden sinkende NAD+-Spiegel mit kognitivem Abbau, Muskelschwund, Stoffwechselproblemen und allgemeiner Gebrechlichkeit in Verbindung gebracht. Tierversuche zeigen zudem, dass die Wiederherstellung des NAD+-Spiegels, etwa durch Nahrungsergänzungsmittel wie NMN, alterungsbedingte Probleme verlangsamen kann. Ob das beim Menschen ebenso funktioniert und ob es langfristig sicher ist, klären derzeit laufende Studien.
Alle Aussagen basieren auf PMID 33353981, 37848251, 29514064, 29249689, 33199924, 40343916 und 32467649. Die Grundlagenbiologie von NAD+ und sein altersbedingter Rückgang sind stark belegt. Die mechanistische Erklärung über CD38-positive Makrophagen ist mäßig belegt (eine Studie). Der Zusammenhang mit Erkrankungen sowie die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln beim Menschen sind noch unsicher.
Wie hängen NAD+ und Vitamin B3 zusammen?
Vitamin B3 ist der einzige Nahrungsbaustein für NAD+ im Körper; dass der Körper daraus NAD+ bildet, ist gut belegt. Ob NAD+-Präparate wie NMN oder NR beim Menschen tatsächlich einen gesundheitlichen Nutzen bringen, ist hingegen noch längst nicht bewiesen.
Verlangsamt sich mein Stoffwechsel wirklich mit zunehmendem Alter?
Dein Stoffwechsel verlangsamt sich nicht schon ab dreißig, aber nach sechzig sinkt der Energieverbrauch spürbar. Muskelverlust und weniger Bewegung sind die Hauptursachen, und genau dort kannst du selbst am meisten bewirken.
Warum nehme ich schwerer ab als früher?
Altern senkt deinen Energieverbrauch durch Muskelschwund und einen langsameren Stoffwechsel – Abnehmen wird dadurch objektiv schwieriger. Krafttraining zwei- bis dreimal pro Woche ist der am besten belegte Weg, diesen Prozess zu verlangsamen und Gewichtsabnahme zu unterstützen, idealerweise mit fachkundiger Begleitung.
Warum nimmt man ab 40 leichter zu, obwohl man genauso isst wie früher?
Ab 40 verbrennt dein Körper weniger Kalorien – vor allem wegen Muskelschwund und einem niedrigeren Ruhestoffwechsel. Du musst also gar nicht mehr essen als früher, um zuzunehmen; weniger essen oder mehr Bewegung können das aber teilweise ausgleichen.
Was ist NAD+ und was macht es in deinem Körper?
NAD+ ist ein unverzichtbares Molekül für Energiegewinnung, DNA-Reparatur und Zellerhalt, und seine Spiegel sinken messbar mit dem Alter. Ob man diesen Rückgang mit Nahrungsergänzungsmitteln ausgleichen kann und was das bringt, ist eine eigene Frage.
Ab welchem Alter macht die Einnahme von NAD+-Nahrungsergänzungsmitteln Sinn?
Es gibt kein festgelegtes Alter, ab dem NAD+-Supplementierung sinnvoll wird. Studien konzentrieren sich auf Erwachsene mittleren und höheren Alters, ein messbarer funktioneller Nutzen beim Menschen ist jedoch nicht nachgewiesen.