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Was leistet die HPV-Impfung konkret für deinen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs?

Die HPV-Impfung schützt zuverlässig vor Gebärmutterhalskrebs, entfaltet ihre volle Wirkung aber nur, wenn sie vor dem ersten Sexualkontakt erfolgt; danach nimmt der Nutzen rasch ab.

Die HPV-Typen 16 und 18 verursachen zusammen mehr als 70 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle. Der ältere bivalente Impfstoff richtet sich genau gegen diese beiden Typen. Der neuere 9-valente Impfstoff (Gardasil 9) deckt neun Typen ab und schützt Schätzungen zufolge vor rund 90 % aller Gebärmutterhalskrebsfälle sowie vor etwa 80 % der schwerwiegenden Krebsvorstufen.

Wie groß dieser Unterschied in der Praxis ist, zeigt eine umfangreiche Cochrane-Analyse mit mehr als 73.000 Teilnehmerinnen. Bei Mädchen und Frauen zwischen 15 und 26 Jahren ohne vorherige Infektion sank das Risiko für schwere Krebsvorstufen von 164 auf 2 Fälle pro 10.000. Das Risiko für noch weiter fortgeschrittene Vorstufen fiel von 70 auf nahezu null pro 10.000. Eine finnische Langzeitstudie mit elf Jahren Nachbeobachtung verzeichnete in der geimpften Gruppe null Fälle von invasivem HPV-bedingtem Krebs, während es in der ungeimpften Gruppe 17 Fälle gab, darunter 14 Gebärmutterhalskrebsfälle. Die Studie war vergleichsweise klein, die Ergebnisse fallen dennoch eindeutig aus.

Alter und Zeitpunkt der Impfung spielen eine entscheidende Rolle. Wer sich vor dem ersten Sexualkontakt impfen lässt, profitiert am meisten. Alle großen internationalen Gesundheitsorganisationen empfehlen die Impfung daher idealerweise vor dem 15. Lebensjahr. Die WHO ließ 2022 auch eine Einzeldosis als wirksame Option zu. Bei Frauen zwischen 24 und 45 Jahren, die bereits sexuell aktiv waren und nicht nach ihrem HPV-Status ausgewählt wurden, war kein messbarer Effekt auf Krebsvorstufen mehr nachweisbar.

Der Impfstoff wirkt vorbeugend: Er verhindert neue Infektionen, beseitigt aber keine bestehenden. Wer bereits mit HPV infiziert ist, kann von der Impfung nicht mehr profitieren. Therapeutische Impfstoffe, die genau das leisten sollen, befinden sich in der Entwicklung, sind aber noch nicht verfügbar.

Zur Sicherheit gibt es wenig Anlass zur Sorge. Das Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen lag in der geimpften Gruppe sogar leicht unter dem der Kontrollgruppe. Die Impfstoffe enthalten kein lebendes Virus, sondern nur leere Virushüllen. Von einer Impfung während der Schwangerschaft wird dennoch standardmäßig abgeraten, weil die Datenlage zu angeborenen Fehlbildungen und Totgeburten begrenzt ist, auch wenn kein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko festgestellt wurde. Bei Menschen mit HIV löst der Impfstoff nachweislich Antikörper aus, doch wie lange dieser Schutz anhält, ist bislang unzureichend untersucht.

Die Belege
7 Studien · 1 randomisierte Studie · ≈ 73.428 Teilnehmer

Grundlage sind ein Cochrane-Review (73.428 Teilnehmerinnen, 26 klinische Studien), große internationale Leitlinien, eine finnische Langzeitstudie mit 11 Jahren Nachbeobachtung sowie mehrere Übersichtsarbeiten. Starke Kausalität für die zentralen Endpunkte; mäßige Evidenz für die Sicherheit in der Schwangerschaft und den Schutz bei HIV.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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