Was macht Alkohol langfristig mit deinem Gehirn?
Alkohol schädigt das Gehirn auf mehreren Wegen: von vorübergehenden Gedächtnisblockaden bei akutem Konsum bis hin zu bleibenden kognitiven Schäden bei regelmäßigem Trinken im Jugendalter. Schränke deinen Alkoholkonsum ein, besonders wenn du jung bist.
Bei einem einmaligen Rauschtrinken kann Alkohol die Fähigkeit, neue Erinnerungen zu bilden, vorübergehend vollständig blockieren – ein sogenannter Blackout. Das passiert, weil Alkohol das Gedächtniszentrum des Gehirns, den Hippocampus, stört. Je schneller der Blutalkohol ansteigt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer solchen Gedächtnislücke. Andere Fähigkeiten wie das Sprechen bleiben dabei vergleichsweise unbeeinträchtigt. Zum Teil ist die individuelle Anfälligkeit dafür genetisch bedingt.
Wer in der Jugend regelmäßig viel trinkt, trägt ein erhöhtes Risiko für bleibende Schäden. Das Gehirn befindet sich in dieser Phase noch mitten in der Entwicklung, und Alkohol schädigt sowohl den präfrontalen Kortex, der für Planen, Impulskontrolle und Entscheidungsfindung zuständig ist, als auch den Hippocampus, der Gedächtnis und Lernen steuert. Die Folge sind kognitive Einschränkungen, die auch im Erwachsenenalter spürbar bleiben, etwa Schwierigkeiten beim Lernen. Jugendliche reagieren auf diese Schäden empfindlicher als Erwachsene.
Ein dritter Mechanismus erklärt, warum langfristiger Alkoholkonsum das Gehirn schleichend schädigt: Alkohol bringt das Gleichgewicht zwischen entzündungsfördernden und entzündungshemmenden Botenstoffen aus dem Takt. Dadurch hält er eine schwelende Entzündung im Gehirn aufrecht, die mit der Zeit Nervenzellen beschädigt und das Verhalten verändert. Derselbe Prozess spielt sich auch in der Leber und in den Lungen ab.
Drei PMIDs (20049223, 32428585, 16573591); die Evidenz ist mäßig stark und stützt sich zum Teil auf Tier- und Mechanismenstudien. Die kausale Richtung ist plausibel, für einzelne Effekte aber nicht abschließend belegt.