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Was weiß die Wissenschaft über das Altern?

Bewegung, mediterrane Ernährung, Rauchstopp und ausreichend Schlaf sind die am besten belegten Wege zu gesünderem Altern. Wie du selbst auf dein Älterwerden schaust, wirkt sich dabei stärker aus, als die meisten erwarten.

Altern ist auf Zellebene ein Zusammenspiel aus DNA-Schäden, Veränderungen daran, wie Gene an- und abgeschaltet werden, dem Kürzerwerden der Chromosomenenden und chronisch schwelenden Entzündungen. Diese biologischen Prozesse überschneiden sich teilweise mit dem, was bei Krebs passiert: genomische Instabilität, Entzündungen und eine veränderte Darmflora treten bei beidem auf. Manche Alterungsprozesse, etwa das Kürzerwerden der Chromosomenenden und die Erschöpfung von Stammzellen, scheinen Krebs sogar zu bremsen. Zellen, die abgestorben sein sollten, es aber nicht sind und stattdessen entzündungsfördernde Botenstoffe ausschütten, spielen eine widersprüchliche Rolle: Zunächst schützen sie vor Tumoren, auf lange Sicht können sie Krebs begünstigen.

Das Darmmikrobiom verändert sich nachweislich mit dem Alter. Bakterien, die günstige Fettsäuren herstellen, wie Faecalibacterium, werden weniger. Bei Menschen ab 90 Jahren ist die Vielfalt der Darmbakterien höher als bei jüngeren Älteren, und sie produzieren mehr Butyrat, einen Stoff, der die Darmwand schützen kann. Ob das die Ursache oder die Folge gesunden Alterns ist, lässt sich bisher nicht sagen, denn fast alle Studien dazu sind Momentaufnahmen.

Auf Lebensstilebene ist die Evidenzlage deutlich stärker. Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für körperliche Gebrechlichkeit um rund ein Drittel und verbessert die Herzfitness messbar. Außerdem wirkt sie auf nahezu alle biologischen Alterungsprozesse gleichzeitig ein, von DNA-Schäden bis hin zu den Kraftwerken der Zellen und chronischen Entzündungen. Eine mediterrane Ernährung, Lebensmittel mit vielen schützenden Pflanzenstoffen und ausreichend Protein senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um rund 22 % und verlangsamen den kognitiven Abbau. Rauchen aufzuhören verringert das Herzrisiko um fast ein Drittel.

Weniger offensichtlich, aber ähnlich gut belegt: Wie du selbst auf dein Älterwerden schaust, hängt damit zusammen, wie gut du dabei abschneidest. Menschen mit einem positiven Bild vom eigenen Altern leben länger, bauen geistig langsamer ab und werden seltener depressiv. Das zeigt sich immer wieder in Langzeitbeobachtungen bei Menschen ab 50 Jahren, auch wenn dabei nicht ausgeschlossen werden kann, dass andere Faktoren mitspielen.

Ausreichend Schlaf (sieben bis acht Stunden) hängt mit einem um 25 % geringeren Risiko für kognitiven Abbau zusammen. Regelmäßiges geistiges Training senkt das Demenzrisiko um 25 %, und enge soziale Bindungen verringern die Wahrscheinlichkeit einer Depression um rund 30 %. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen decken deutlich mehr unerkannte chronische Erkrankungen auf. All diese Zusammenhänge stammen aus Studien an Menschen ab 50 Jahren, die stärksten Aussagen werden durch kontrollierte Studien am Menschen gestützt.

Die Belege
6 Studien · 2 Meta-Analysen · 1 randomisierte Studie · ≈ 25.000 Teilnehmer

Dieser Text stützt sich auf mehrere umfassende Zusammenfassungen der Forschungsliteratur. Die belastbarsten Zahlen stammen aus einer Auswertung von 35 kontrollierten Studien am Menschen mit rund 25.000 Teilnehmenden zu Ernährung und Lebensstil. Die biologischen Erkenntnisse zu gealterten Zellen, Zelluntergang und der Überschneidung mit Krebs beruhen auf konzeptuellen Übersichtsarbeiten ohne quantitative Effektmaße; das ursächliche Bild ist dort dünner. Die Daten zum Darmmikrobiom stammen aus 27 Studien am Menschen, fast alle davon Momentaufnahmen, sodass Ursache und Wirkung nicht festgestellt werden können.

Zuletzt geprüft: November 2026 · wie das beurteilt wurde
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