Welche Beschwerden treten in den Wechseljahren am häufigsten auf?
Die häufigsten Beschwerden in den Wechseljahren sind Gelenk- und Muskelschmerzen, Erschöpfung und Schlafprobleme. Hitzewallungen sind das bekannteste Symptom, stehen bei der Häufigkeit aber nicht ganz oben. Wenn du mehrere dieser Beschwerden bei dir erkennst, lohnt es sich, sie mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt zu besprechen, um für jede einzelne Beschwerde passende Maßnahmen zu finden.
Gelenk- und Muskelschmerzen sind weltweit die häufigste Beschwerde in den Wechseljahren: Rund 65 % der Frauen mittleren Alters sind davon betroffen. Das ist mehr als bei Hitzewallungen, Schlafproblemen oder Erschöpfung, auch wenn sich diese Prozentwerte nicht weit voneinander entfernen.
Erschöpfung und Schlafprobleme folgen dicht dahinter. Erschöpfung wird je nach Region von 66 bis 75 % der Frauen gemeldet. Schlafbeschwerden, sowohl Einschlaf- als auch Durchschlafprobleme, betreffen mehr als die Hälfte bis zwei Drittel aller Frauen. Damit gehören diese beiden Beschwerden zusammen mit Gelenkschmerzen zu den drei am häufigsten auftretenden.
Hitzewallungen sind das charakteristischste Symptom der Wechseljahre, auch wenn sie bei der Häufigkeit nicht ganz vorne liegen. Im Verlauf der Wechseljahre nehmen sie deutlich zu: von weniger als 9 % bei Frauen, die noch menstruieren, auf über 37 % in der späten Perimenopause. Wie stark Hitzewallungen auftreten, variiert außerdem stark von Region zu Region: In Europa und den USA berichten 34 bis 40 % der Frauen von mäßigen bis starken Hitzewallungen, in Japan hingegen nur 16 %.
Niedergeschlagenheit, depressive Beschwerden und Gedächtnisprobleme werden von mehr als der Hälfte der Frauen angegeben, sind aber weniger spezifisch für die Wechseljahre als Hitzewallungen. Andere Faktoren wie Lebensumstände und Körpergewicht spielen bei diesen Beschwerden ebenfalls eine große Rolle.
Vaginale Trockenheit verdoppelt sich nach der Menopause in ihrer Häufigkeit: von etwa 21 % davor auf knapp 45 % danach. Damit ist sie ein verlässlicher Hinweis darauf, dass die Wechseljahre tatsächlich eingesetzt haben. Gewichtszunahme zeigt einen geringeren Prozentwert als Gelenkschmerzen oder Erschöpfung, wird von den Frauen selbst aber als die belastendste Beschwerde empfunden. Darüber hinaus nimmt auch Schlafapnoe, bei der die Atmung in der Nacht wiederholt aussetzt, nach der Menopause zu. Das erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wird bei Frauen jedoch häufig übersehen, weil die Beschwerden sich anders äußern als bei Männern.
Basierend auf mehreren großangelegten Erhebungen und einer weltweiten Metaanalyse (PMID 38956480), ergänzt durch regionale Studien aus Europa, den USA, Asien sowie einer niederländischen AMY-Studie. Es handelt sich um Assoziationsdaten: Ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ist für die meisten Beschwerden nicht abschließend belegt. Prävalenzwerte variieren stark je nach Region und Studiendesign.