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Welche Nahrungsergänzungsmittel solltest du nicht mit Blutverdünnern kombinieren?

Mäßige Evidenz

Mehrere weit verbreitete Nahrungsergänzungsmittel, insbesondere Ginkgo biloba, Cranberry und Johanniskraut, können die Wirkung von Blutverdünnern gefährlich verstärken oder abschwächen. Nimmst du Warfarin, besprich jedes Nahrungsergänzungsmittel vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke.

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Drei Nahrungsergänzungsmittel haben die stärkste Evidenz für eine gefährliche Wechselwirkung mit Warfarin und vergleichbaren Blutverdünnern. Ginkgo biloba ist mit schwerwiegenden Blutungskomplikationen verbunden, darunter Blutungen im oder um das Gehirn. Cranberry verstärkt die blutverdünnende Wirkung von Warfarin, mit ernsthaften Fällen in der Fachliteratur. Johanniskraut wirkt anders: Es erhöht ausgerechnet das Thromboserisiko, weil es ein Enzym aktiviert, das Warfarin schneller abbaut, sodass zu wenig Wirkstoff im Blut verbleibt.

Von Ingwer, grünem Tee (in großen Mengen), Gojibeeren, Kamille und hochdosierten Knoblauchpräparaten sind ebenfalls Fälle bekannt, bei denen sich die blutverdünnende Wirkung verstärkt hat. Dabei handelt es sich um einzelne Fallberichte, nicht um große kontrollierte Studien, aber die Kombination mit Warfarin erfordert dennoch Vorsicht.

Mariendistel (auch Milk Thistle genannt) ist in einem Fallbericht beschrieben, bei dem jemand, der auf Warfarin stabil eingestellt war, nach der Einnahme eines leberstärkenden Nahrungsergänzungsmittels mit Mariendistel eine gefährlich hohe Blutverdünnung entwickelte. Nachdem er es absetzte, normalisierten sich die Werte. Vermutlich greift Mariendistel in dasselbe Abbauenzym ein wie Johanniskraut.

Ginseng zeigt ein gemischtes Bild: Manche Fälle berichten von einer schwächeren, andere von einer stärkeren Blutverdünnung. Die Evidenz reicht nicht für eine eindeutige Empfehlung, doch unkontrollierte Schwankungen im Gerinnungsstatus sind für sich genommen bereits gefährlich. Glucosamin erfordert Vorsicht, für eine echte Wechselwirkung fehlt jedoch ein belastbarer Nachweis.

Nimmst du einen Blutverdünner wie Warfarin, besprich jedes neue Nahrungsergänzungsmittel unbedingt zuerst mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke. Ginkgo biloba, Cranberry und Johanniskraut solltest du besser meiden. Bei den übrigen Mitteln ist Sicherheit nicht belegt, aber die Risikobelege sind auch deutlich schwächer als bei diesen drei, solange du sie nicht in sehr hohen Mengen verwendest.

Die Belege
6 Studien

Die Evidenz besteht überwiegend aus Fallberichten und kleinen klinischen Beobachtungen, keine großen randomisierten Studien. Die Evidenzstärke ist mäßig für Ginkgo biloba, Cranberry und Johanniskraut und begrenzt für die übrigen Nahrungsergänzungsmittel. Außerhalb von Warfarin gibt es kaum Untersuchungen; andere Blutverdünner könnten vergleichbare Wechselwirkungen aufweisen, wurden hier jedoch nicht direkt untersucht.

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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