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Wie gefährlich ist Schlafapnoe?

Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Schlaganfall, Herzerkrankungen und Unfälle nachweislich. Wer entsprechende Beschwerden hat, sollte das ärztlich abklären lassen.

Schlafapnoe betrifft schätzungsweise fast eine Milliarde Menschen weltweit und bleibt bei den meisten Betroffenen unentdeckt. Die Erkrankung verursacht wiederholte Sauerstoffabfälle im Blut und kurze Aufwachreaktionen. Daraus folgen ausgeprägte Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisprobleme. Menschen mit unbehandelter Schlafapnoe haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Verkehrs- und Arbeitsunfälle.

Herz und Gefäße sind ernsthaft gefährdet. Mittelschwere oder schwere Apnoe geht mit einem fast doppelt so hohen Risiko für Schlaganfall oder Tod einher, selbst wenn man andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes herausrechnet. Bei Menschen mit zusätzlichen Erkrankungen steigt das Sterberisiko noch deutlich weiter: Wer mehrere Begleiterkrankungen hat, kann ein bis zu 38-fach erhöhtes Risiko haben verglichen mit jemandem ohne diese Vorerkrankungen. Schlafapnoe erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit für koronare Herzerkrankungen, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern. In bestimmten Gruppen von Herz-Kreislauf-Patienten hat mehr als die Hälfte auch Schlafapnoe.

Ob eine Behandlung auch das Herz-Kreislauf-Risiko unmittelbar senkt, ist weniger eindeutig. CPAP, eine Maske, die die Atemwege nachts offenhält, reduziert Tagesmüdigkeit nachweislich und verbessert die Schlafqualität. Bei einer Nutzung von mindestens vier Stunden pro Nacht sinkt auch therapieresistenter Bluthochdruck, und Herzrhythmusstörungen gehen zurück. In den bislang durchgeführten randomisierten Studien ließ sich allerdings nicht zeigen, dass CPAP das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall langfristig senkt. Ob Betroffene ohne Beschwerden von einer Behandlung profitieren, bleibt offen.

Hast du Beschwerden wie lautes Schnarchen, Kopfschmerzen am Morgen, ausgeprägte Müdigkeit oder das Gefühl, nachts mit einem Erstickungsgefühl aufzuschrecken, sprich das mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt an. Bei einer Diagnose mittelschwerer oder schwerer Schlafapnoe ist eine Behandlung empfehlenswert, allein schon um die alltäglichen Einschränkungen und das Unfallrisiko zu verringern.

Die Belege
7 Studien · 1 systematische review

Diese Antwort stützt sich auf mehrere Reviews und eine systematische Übersichtsarbeit, ergänzt durch zwei Einzelstudien. Die Evidenzlage zu den Alltagsfolgen und zum Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist solide und konsistent. Die Zusammenhänge mit der Sterblichkeit sind sehr groß, stammen aber zum Teil aus Beobachtungsstudien ohne Zufallszuweisung, sodass Ursache und Wirkung nicht mit Sicherheit belegt sind. Dass CPAP auch harte Herz-Kreislauf-Endpunkte verbessert, ist bisher gering belegt: Randomisierte Studien, die genau das zeigen sollten, konnten diesen Effekt bislang nicht nachweisen.

Zuletzt geprüft: Oktober 2026 · wie das beurteilt wurde
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