Wie gefährlich ist Schlafapnoe?
Unbehandelte Schlafapnoe erhöht das Risiko für Schlaganfall, Herzinsuffizienz und vorzeitigen Tod erheblich. Wenn du den Verdacht hast, dass du oder jemand in deinem Umfeld betroffen ist, lohnt sich eine Diagnose und Behandlung auf jeden Fall.
Schlafapnoe ist deutlich gefährlicher, als die meisten Menschen ahnen. Schätzungsweise leidet fast eine Milliarde Menschen weltweit daran, und bei Männern mittleren Alters hat knapp die Hälfte eine mittelschwere bis schwere Form. Trotzdem wird die Erkrankung bei vielen nie erkannt oder behandelt.
Das größte Risiko liegt in den kardiovaskulären Folgen. Mittelschwere bis schwere Schlafapnoe erhöht das Risiko für Schlaganfall oder Tod fast um das Doppelte, selbst wenn man andere Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen herausrechnet. Auch das Risiko für koronare Herzerkrankung, Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen ist deutlich erhöht. Der Grund: Wiederholte nächtliche Sauerstoffmangelphasen überlasten das Nervensystem, erzeugen oxidativen Stress und schädigen die Gefäßwände.
Wer sowohl Schlafapnoe als auch Typ-2-Diabetes hat, ist besonders gefährdet: Die Kombination erhöht das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, stärker als jede der beiden Erkrankungen für sich allein. Bei der schwersten Form ist außerdem das Risiko für ein metabolisches Syndrom fast dreimal höher, für Diabetes doppelt so hoch und für Depressionen fast doppelt so hoch wie bei Menschen ohne Apnoe.
Im Alltag fallen bei unbehandelter Schlafapnoe vor allem übermäßige Schläfrigkeit, Vergesslichkeit, Reizbarkeit, wiederkehrende Kopfschmerzen und anhaltende Müdigkeit auf. Bei einer schweren Form beeinträchtigt das ganz gewöhnliche Alltagsaktivitäten erheblich.
CPAP, ein Gerät, das über eine Maske die Atemwege offenhält, wirkt nachweislich: Es verbessert die Schlafqualität, senkt hartnäckig erhöhten Blutdruck und reduziert Herzrhythmusstörungen sowie Tagesmüdigkeit. Ob es auch das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, senkt, ist bislang nicht überzeugend belegt. Erkennst du entsprechende Beschwerden bei dir oder in deinem Umfeld, sprich sie unbedingt mit deiner Hausarztpraxis an, denn die Erkrankung wird noch viel zu oft übersehen.
Die Aussagen stützen sich auf mehrere große Bevölkerungsstudien, prospektive Kohortenstudien und Reviews, darunter die HypnoLaus-Studie sowie eine Kohorte mit über 1.600 Teilnehmern. Die Zusammenhänge mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind konsistent und um Störfaktoren bereinigt; die meisten Assoziationen sind jedoch observationeller Natur und damit nicht vollständig kausal belegt. Der Effekt von CPAP auf die kardiovaskuläre Sterblichkeit ist weiterhin unsicher.