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Wie gesund sind Joghurt und Milchprodukte für Herz und Knochen?

Joghurt und Milchprodukte sind für die meisten Menschen eine gute Wahl für die Knochen und wirken sich auf das Herz wahrscheinlich neutral bis leicht positiv aus. Greife bevorzugt zu fermentierten Produkten wie Joghurt, und behalte deine gesamte Zufuhr gesättigter Fettsäuren im Auge, wenn du ein erhöhtes Herzrisiko hast.

Joghurt und andere fermentierte Milchprodukte stehen in einer großen Auswertung von mehr als hundert Studien sowohl mit besserer Herz-Kreislauf-Gesundheit als auch mit höherer Knochendichte in Zusammenhang. Es handelt sich um statistische Zusammenhänge, keinen bewiesenen Ursache-Wirkungs-Nachweis, aber die Übereinstimmung ist auffallend einheitlich.

Am klarsten belegt ist die Rolle von Milchprodukten für die Knochen. Milch, Joghurt und Käse liefern Kalzium und Eiweiß, die für den Knochenaufbau gebraucht werden, besonders in der Wachstumsphase. Auch bei Erwachsenen stützen mehrere Studien diesen Zusammenhang. Wer wenig Milchprodukte isst, sollte alternative Kalziumquellen im Blick behalten.

Beim Herz ist das Bild differenzierter. Wer mehr Milchprodukte isst, hat im Schnitt ein rund 4 Prozent niedrigeres Herz-Kreislauf-Risiko und eine 6 Prozent geringere Schlaganfallwahrscheinlichkeit. Käse und fettarme Milch schneiden dabei günstiger ab als Vollmilch. Eine Ausnahme bilden chinesische Studien, in denen überwiegend Vollmilch getrunken wird: Dort war regelmäßiger Milchkonsum mit 9 Prozent mehr koronarer Herzerkrankung verbunden. Das Ernährungsumfeld und die Art des Milchprodukts spielen also eine Rolle.

Ob Vollmilchprodukte schlechter abschneiden als fettarme, ist wissenschaftlich umstritten. Ein aktuelles Expertengremium sah keinen überzeugenden Unterschied im Herzrisiko zwischen beiden Varianten. Gleichzeitig erhöht eine insgesamt hohe Zufuhr gesättigter Fettsäuren den LDL-Cholesterinspiegel, und die Ernährungsempfehlungen raten dazu, gesättigte Fette auf weniger als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr zu begrenzen. Die American Heart Association empfiehlt fettarme oder fettfreie Milchprodukte als Teil eines herzgesunden Ernährungsmusters. Das am stärksten belegte Muster für die Herzgesundheit ist die mediterrane Ernährung, die vergleichsweise wenig Milchprodukte enthält. Das ist der Rahmen, in den du deine Milchproduktauswahl einordnen solltest.

Bei Laktoseintoleranz wird Joghurt durch den Fermentationsprozess oft besser vertragen als gewöhnliche Milch. Bei einer Kuhmilcheiweißallergie sind Milchprodukte grundsätzlich nicht empfehlenswert; besprich das in diesem Fall mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Belege
8 Studien · 1 Meta-Analyse

Die Aussagen basieren auf Untersuchungen (PMID 39762253, 32447398, 24800664, 32562735, 40088974, 34649831, 30817261, 34724806). Keine einzige Studie kann hier Ursache und Wirkung abschließend beweisen. Die Aussage zu Vollmilch- versus fettarmen Produkten (PMID 40088974) stammt von einem Expertengremium, bei dem mehrere Autorinnen und Autoren eine Finanzierung durch die Milchindustrie angaben.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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