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Wie viel Calcium brauche ich täglich, und kann zu viel schaden?

Ja · Starke Evidenz

Der Calciumbedarf reicht von 800 mg (Kleinkinder) bis 1500 mg pro Tag (ältere Menschen, Jugendliche, postmenopausale Frauen). Bis 2000 mg täglich sind für die meisten Menschen unbedenklich; decke den Bedarf wenn möglich über die Ernährung.

Der Calciumbedarf hängt von der Lebensphase ab. Kinder zwischen 6 und 10 Jahren benötigen 800 bis 1200 mg pro Tag. Jugendliche und junge Erwachsene bis 24 Jahre brauchen 1200 bis 1500 mg, denn in dieser Zeit erreicht die Knochenmasse ihr Maximum. Erwachsene Frauen bis 50 und Männer bis 65 kommen mit 1000 mg aus. Den höchsten Bedarf haben postmenopausale Frauen ohne Hormontherapie und alle über 65: 1500 mg pro Tag. In der Schwangerschaft und Stillzeit liegt die empfohlene Menge bei 1200 bis 1500 mg täglich; sprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt ab.

Decke deinen Calciumbedarf möglichst über die Ernährung ab: Milchprodukte und angereicherte Pflanzendrinks sind gute Quellen. Bei einem Nahrungsergänzungsmittel achtest du auf den Gehalt an elementarem Calcium pro Tablette, zum Beispiel 500 oder 1000 mg. Ob du Milchpulver oder frische Milch verwendest, macht für die Aufnahme keinen Unterschied. Ein Präparat lohnt sich, wenn du nachweislich zu wenig Calcium über die Ernährung aufnimmst.

In Studien zum Knochenerhalt bei Menschen über 50 erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer täglich 1000 bis 1200 mg Calcium kombiniert mit 800 IE Vitamin D, über mindestens 12 bis 24 Monate. Bei Menschen in Pflegeeinrichtungen sank das Risiko für Knochenbrüche dadurch um rund 30 %. Vitamin D ist dabei unverzichtbar: Ohne ausreichend Vitamin D nimmt der Darm Calcium deutlich schlechter auf. Calciumergänzungsmittel erhöhen allerdings das Risiko für Nierensteine, und mehrere Auswertungen deuten auf ein möglicherweise erhöhtes Herzinfarktrisiko hin. Nimm sie daher nur, wenn ein klarer Grund vorliegt, und besprich das mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Bis 2000 mg pro Tag gelten für die meisten Menschen als unbedenklich; darüber steigt das Risiko für unerwünschte Wirkungen. Calcium kann die Eisenaufnahme vorübergehend hemmen, was sich langfristig bei den meisten Menschen jedoch nicht auf den Eisenstatus auswirkt. Bei einem Eisenmangel nimmst du Calcium und Eisen am besten zu unterschiedlichen Zeiten ein. Nimm Calcium außerdem nicht gleichzeitig mit Schilddrüsenmitteln oder einem Fluorchinolon-Antibiotikum: Das kann deren Wirkung abschwächen. Sprich in diesem Fall mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder der Apotheke.

Die Belege
7 Studien · 1 Meta-Analyse

Alle Aussagen stützen sich auf NIH-Konsensusrichtlinien, eine Metaanalyse zu Vitamin D und Knochenbrüchen sowie eigenständige Reviews zu Calcium und Eisen, sportlich aktiven Personen und Schwangerschaft. Die meisten Empfehlungen beruhen auf Beobachtungsstudien und Expertenkonsens; große randomisierte Studien, die konkrete Mengenvorgaben direkt miteinander vergleichen, fehlen bislang.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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Ja · Starke Evidenz
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